Promille-Polizist rast 21-Jährige tot: SPD-Politiker will Fakten schaffen

Berlin - Rund ein Jahr nach einem tödlichen Unfall in Berlin, den ein mutmaßlich alkoholisierter Polizist verursacht haben soll, hat Innensenator Andreas Geisel (52, SPD) versichert, "etwaige Versäumnisse" aufzuarbeiten (TAG24 berichtete).

Vor einem Jahr wurde eine 21-Jährige von einem Polizeiauto totgerast. (Archivbild)
Vor einem Jahr wurde eine 21-Jährige von einem Polizeiauto totgerast. (Archivbild)  © DPA

"Alkohol im Dienst ist absolut tabu", betonte Geisel am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Polizisten hätten eine besondere Verantwortung, es sei bedauerlich, wenn nur der Schatten eines Zweifels auf sie falle.

Bei dem Fall war der Verdacht aufgekommen, die mutmaßliche Alkoholisierung habe vertuscht werden sollen. Der Vorwurf wurde erst Monate nach dem Unfall bekannt. Am Unfallort wurde kein Alkoholcheck gemacht, erst später wurden im Krankenhaus rund ein Promille festgestellt.

Das Auto einer 21-Jährigen war beim Einparken von dem Polizeiauto mit Blaulicht Ende Januar 2018 nahe dem Alexanderplatz gerammt worden. Ein Gutachten habe eine Geschwindigkeitkeit von etwa 90 Kilometer pro Stunde bei dem Aufprall ermittelt, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft, Jörg Raupach. Jetzt werde geprüft, wer wann von der Alkoholisierung wusste.

Nach Angaben von Polizeipräsidentin Barbara Slowik darf der Verdächtige nicht mehr zum Dienst. Gegen ihn laufe neben den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ein Disziplinarverfahren.

Die polizeilichen Ermittlungen werden jetzt vom Landeskriminalamt geführt. Sie habe allen Beamten empfohlen, bei schweren Unfällen freiwillig einen Atemalkoholtest zu machen, "um jedem Verdacht vorzubeugen".

Innensenator Andreas Geisel (SPD) sollte sich am Montag zu den Vertuschungsvorwürfen äußern.
Innensenator Andreas Geisel (SPD) sollte sich am Montag zu den Vertuschungsvorwürfen äußern.  © DPA

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