Schuss in den Ofen! Neue Pistolen der Berliner Polizei treffen nicht

Berlin - Die Probleme der Berliner Polizei mit den neuen Dienstwaffen reißen nicht ab (TAG24 berichtete). Auch nach einer Überprüfung durch den Hersteller entsprächen 1337 Pistolen nicht den "Vorgaben an ein einwandfreies Produkt", teilte die Behörde auf DPA-Anfrage mit.

Berlins SPD-Innensenator Andreas Geisel will entschieden gegen Gewalttäter vorgehen und die Polizei besser ausrüsten. (Bildmontage)
Berlins SPD-Innensenator Andreas Geisel will entschieden gegen Gewalttäter vorgehen und die Polizei besser ausrüsten. (Bildmontage)  © dpa (Symbolbild)

Die Ware soll demnach an Heckler & Koch zurückgeschickt werden, erneut mit der Bitte um Nachbesserung.

Die Polizei erklärte, der eigene Anspruch auf eine Ausstattung der Mitarbeiter mit "einer technisch einwandfreien und treffsicheren Pistole" sei eindeutig.

Insgesamt hat die Behörde 24.000 Exemplare bestellt, bisher sind erste Chargen ausgeliefert.

Am Montag hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bei Facebook von anhaltenden Schwierigkeiten mit der Treffgenauigkeit der Waffe berichtet.

Der Hersteller habe laut GdP erklärt, dass der Lauf der Waffe wandere, die Pistole müsse eingeschossen werden.

Die Polizei bestätigt Gewerkschaftsangaben, wonach mit den bereits einmal vom Hersteller nachgebesserten Pistolen noch mehr als 60 Schüsse abgefeuert werden müssen, bevor sich eine "stabile Treffpunktlage" einstellt, wie es die Behörde formuliert.

Bei den Dienstwaffen der Berliner Polizei muss Hersteller Heckler & Koch nachjustieren. (Symbolbild)
Bei den Dienstwaffen der Berliner Polizei muss Hersteller Heckler & Koch nachjustieren. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Die GdP rechnete aus: Bei Kosten von 45 Cent pro Patrone würde allein das Einschießen bei den geplanten rund 24.000 neuen Waffen mehr als 700.000 Euro kosten. Anstatt die Waffen selbst einzuschießen, will die Polizei erreichen, dass der Hersteller dies übernimmt, "um so einen korrekten auslieferungsfähigen Zustand zu erreichen".

Mit dem erneuten Problem verzögert sich laut GdP die Schulung der Beamten im Umgang mit der neuen Waffe – und natürlich auch die Ausgabe. Bisher sind 60 Polizisten zweier Direktionen mit der neuen Waffe ausgerüstet, und rund 60 weitere Kräfte aus dem Einsatztraining sowie waffentechnisches Fachpersonal. Nach dem Einschießen seien die Ergebnisse "hervorragend", betonte die Polizei.

Die mangelnde Treffgenauigkeit der neuen Waffen war erstmals im Sommer bekannt geworden. Damals hatte Heckler & Koch in einer von der Polizei verschickten Erklärung eingeräumt, bei bemängelten Exemplaren aus ersten Charge die Visiereinrichtung nachjustieren zu müssen.

Innensenator Andreas Geisel (52, SPD) hatte im Januar als Reaktion auf den Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt angekündigt, die veraltet ausgerüstete Polizei für 45 Millionen Euro mit neuen Schutzwesten, Waffen und Helmen aufzurüsten (TAG24 berichtete).

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


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