Taxifahrer, Kellner, Statist: So viele Berliner Polizisten jobben nebenbei

Einige Beamte sind nebenberuflich als Taxifahrer unterwegs, um sich das nötige Kleingeld dazuzuverdienen.
Einige Beamte sind nebenberuflich als Taxifahrer unterwegs, um sich das nötige Kleingeld dazuzuverdienen.  © DPA

Berlin - Bei der Berliner Polizei sitzt das Geld nicht ganz so locker wie gedacht.

Viele Beamte entscheiden sich dazu Nebenjobs in den verschiedensten Bereichen anzunehmen: von Kellner, über Taxifahrer bis hin zum Stromableser ist vieles dabei.

Der Berliner Morgenpost liegt ein Schreiben vor mit den Nebentätigkeiten der Beamten.

Demnach gehen 1561 der Berliner Polizisten einer anderen Tätigkeit nach. Beliebt sind Lehrertätigkeiten, Jobs als Komparsen an Filmsets und als Verkäufer in einem Laden.

Eigentlich geht die Allgemeinheit davon aus, dass Beamte gut verdienen und geregelte Arbeitszeiten haben.

Was bringt die Polizisten also dazu sich für einen Nebenjob zu entscheiden?

Fast jeder zehnte Beamte übt mittlerweile einen Nebenjob aus.
Fast jeder zehnte Beamte übt mittlerweile einen Nebenjob aus.  © DPA

Laut dem Gewerkschaftssprecher der Polizei Benjamin Jendro ist wahrscheinlich das Gehalt einer der Hauptgründe.

"Durch eine angemessene Bezahlung unserer Beamten könnten wir dafür sorgen dass die Polizisten keiner Nebentätigkeit nachgehen müssen", so Jendro.

Die Berliner Polizei würde bis heute noch am wenigstens verdienen.

Kein Wunder also, dass die Anzahl der Nebenjobs von 1200 im März 2017 auf 1561 im Juli gestiegen sind.

Auch die hohe Scheidungsrate bei der Polizei ist für Jendro einen Grund für den rapiden Anstieg. "Manche Beamte entscheiden sich für einen Nebenjob, sobald die Kinder aus dem Haus sind."

Das betreffe vor allem die Kollegen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren.

Maximal acht Stunden darf dann pro Woche neben dem Beamtendienst gejobbt werden. In den Verwaltungen fehlt es an Personal.

FDP-Abgeordneter Marcel Luther plädiert deshalb darauf, dass mehr Polizisten die Möglichkeit bekommen sollten auch dort nebenher arbeiten zu können: "Dass das offenbar nicht gelingt, ist ein Zeichen von Organisationsversagen".


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