Berliner Polizei-Präsidentin sagt Araber-Clans den Kampf an

Berlin - Spätestens seit in Berlin auf offener Straße wiederholt Leute niedergeschossen werden, muss endlich etwas passieren! Das sieht auch Polizeipräsidentin Barbara Slowik (52) so und will das gezielte Vorgehen gegen Kriminelle aus arabischen Clans weiter forcieren.

Berliner Polizisten führen einen Verdächtigen einen libanesischen Großfamilie ab. (Archivbild)
Berliner Polizisten führen einen Verdächtigen einen libanesischen Großfamilie ab. (Archivbild)  © DPA

Gegen diese Form der Kriminalität setze die Polizei "ein ganzes Bündel an Maßnahmen ein, um die Einziehung von Vermögen und die Vollstreckung von Haftbefehlen zu ermöglichen", sagte Slowik der "Berliner Zeitung".

"Wir machen das vermehrt in den Bezirken, wo sich kriminelle Mitglieder arabischstämmiger Großfamilien niedergelassen haben."

Alleine im Jahr 2016 richtete sich jede 5. Großermittlung in der Hauptstadt gegen Clans.

Nicht nur in Neukölln und Spandau, sondern auch in anderen Bezirken solle es verstärkt Einsätze der Polizei zusammen mit dem Ordnungsamt und der Gewerbeaufsicht geben, zum Beispiel in Shisha-Bars.

Erst Anfang September war Clan-Mitglied Nidal R. (36) vor den Augen seiner Frau und Kinder in Neukölln auf offener Straße erschossen worden (TAG24 berichtete).

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik (52) will verstärkt gegen Araber-Clans vorgehen.
Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik (52) will verstärkt gegen Araber-Clans vorgehen.  © DPA; Screenshot Twitter Senatskanzlei Berlin (Bild

Experten befürchten Rache-Akte und eine Eskalation der Gewalt. Eine Woche zuvor wurden zwei Männer (32/42) bei Schüssen auf eine Neuköllner Sportsbar schwer verletzt.

Die Gewaltprävention der Polizei gehe in die Schulen, die Intensivtäter-Programme setzten bereits im Kindesalter an, sagte Slowik der Zeitung. Kindern und jungen Frauen aus den Clans solle mithilfe gesellschaftlicher Organisationen der Ausstieg ermöglicht werden.

Die Polizeipräsidentin kündigte an, den nötigen Nachwuchs für die Polizei auch über attraktive Angebote anzuwerben (TAG24 berichtete).

Die Auszubildenden könnten Jahreskarten für Bahnen und Busse erhalten oder kostenlos bei der Polizei den Führerschein machen. Sie bemühe sich auch, günstige Mietwohnungen für die jungen Nachwuchspolizisten zu organisieren.

Slowik, die erst seit April 2018 im Amt ist (TAG24 berichtete), kritisierte indirekt ihren Vorgänger Klaus Kandt (57): "Ich fand eine funktionstüchtige Behörde vor, die aber einen sehr großen Reformprozess hinter sich hatte."

Viele Kollegen seien unzufrieden gewesen. Jedoch weiß auch Slowik: "Alle großen Reformen schießen manchmal zunächst über das Ziel hinaus. Das ist, glaube ich, hier in einigen Bereichen auch passiert, so dass manches justiert werden muss."

Titelfoto: DPA; Screenshot Twitter Senatskanzlei Berlin (Bild


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