"Unterdurchschnittliches Deutsch": So steht es um die Berliner Polizeiakademie

Berlin - Bei der Ausbildung der Berliner Polizisten sind in den vergangenen Jahren deutliche Probleme in verschiedenen Bereichen aufgetreten. Besonders beim Umgang mit der deutschen Sprache haperte es bei den jungen Polizisten offensichtlich massiv.

Polizeischüler sitzen auf dem Gelände der Akademie auf einer Bank.
Polizeischüler sitzen auf dem Gelände der Akademie auf einer Bank.  © DPA

Das ist das Ergebnis eines Berichts des Berliner Sonderermittlers Josef Strobl, der im Auftrag des Senats die Zustände an der Polizeischule untersuchte.

Die Polizeiakademie war im Herbst 2017 nach anonym erhobenen Vorwürfen zu vermuteten Missständen in die Schlagzeilen geraten. Beklagt wurden demnach Respekt- und Disziplinlosigkeit sowie mangelnde Deutsch-Kenntnisse von Polizeianwärtern (TAG24 berichtete).

Strobl, ein langjähriger leitender Polizist aus Bayern, schreibt nun zwar: "Es konnten bei den Besuchen an der Polizeiakademie keinerlei großartige Missstände in Form von dienstrechtlichen Unregelmäßigkeiten oder gar strafrechtlichen Verfehlungen angetroffen werden."

Zugleich fordert er aber in seinem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag, umfangreiche Verbesserungen.

Die Polizeiakademie sieht sich mehreren Vorwürfen ausgesetzt.
Die Polizeiakademie sieht sich mehreren Vorwürfen ausgesetzt.  © DPA

Der Sonderermittler schrieb: "Der Ausbildungserfolg war und ist grundsätzlich noch nicht in Gefahr. Jedoch wurde in Teilen deutlicher Nachbesserungsbedarf festgestellt."

So fehle es an Lehrkräften und 37 Prozent des Deutschunterrichts seien beim Einstellungsjahrgang Herbst 2017 ausgefallen, obwohl bereits viele der Polizeischüler "unterdurchschnittliche" Deutschkenntnisse mit "großen Defiziten" hätten.

Am Montag soll die knapp 80-seitige Analyse mit einem umfangreichen Anhang im Innenausschuss besprochen werden. Ursprünglich sollte im Juni nur ein Zwischenbericht und im September der Abschlussbericht vorgelegt werden.

Nun wird das aktuelle Papier als Abschluss der Untersuchung eingestuft.

Titelfoto: DPA


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