Waldbrände in Brandenburg nicht löschbar: Darum ist die Lage explosiv

Potsdam - Eine Fläche so groß wie der Wannsee steht in Brandenburgs Wäldern in Brand. Eine Ausbreitung der Flammen hat die Feuerwehr verhindert - sie löschen kann sie nicht. Bis nach Berlin konnte man die Brände sehen.

Bei Jüterbog brannte es auf 250 Hektar.
Bei Jüterbog brannte es auf 250 Hektar.  © Julian Stähle

Die Feuerwehr hat die Waldbrände bei Jüterbog und Hennickendorf (Teltow-Fläming) unter Kontrolle gebracht. "Wir haben die Lage im Griff" sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle am späten Abend. Die Feuerwehren hätten eine Ausbreitung der Feuer verhindert. Bei Jüterbog brennt es demnach auf einer Fläche von 250 Hektar, bei Hennickendorf auf etwa 60 Hektar (TAG24 berichtete).

Zusammen stand damit in Brandenburg etwa die Fläche des Großen Wannsees in Flammen. Ein dritter Brand in der Nähe von Baruth/Mark konnte im Laufe des Tages gelöscht werden.

Rund 50 Feuerwehrleute bewachten die Brände jeweils über Nacht. Das Feuer zu löschen ist nach Angaben des Sprechers nicht möglich, da beide Brandorte ehemalige Truppenübungsplätze sind, auf denen alte Munition liegt und durch die Flammen explodieren könnte. "Auf dem Gelände bei Jüterbog wird schon seit Jahrhunderten geschossen, das ist viel zu gefährlich", sagte der Sprecher.

Die Feuerwehrleute könnten daher nur bestimmte Flächen betreten und von dort aus löschen und die Ausbreitung der Flammen verhindern. Deshalb sollen die betroffenen Flächen jetzt kontrolliert abbrennen. "Das ist ein ganz normales Vorgehen. Da muss man einfach ein bisschen Geduld haben", sagte der Sprecher.

Brände auch in Berliner Wäldern

Feuerwehrleute löschen Glutnester im Grunewald. Nach Angaben der Feuerwehr brannten etwa 4.0000 Quadratmeter Waldboden.
Feuerwehrleute löschen Glutnester im Grunewald. Nach Angaben der Feuerwehr brannten etwa 4.0000 Quadratmeter Waldboden.  © Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa

In der Nacht häuften sich in der Regionalleitstelle die Anrufe besorgter Brandenburger und Berliner, die weitere Brände entdeckt haben wollten. Tatsächlich hätten sie aber nur die beiden bereits bekannten Brände gesehen, da die Flammen in der Dunkelheit über weite Strecken zu sehen gewesen seien, sagte der Sprecher. Selbst aus dem Süden Berlins hätten sich Anrufer gemeldet. Bei entsprechender Windrichtung aus Süd könnten die Brände sogar in der Hauptstadt zu riechen sein. Die Regionalleitstelle bat die Berliner und Brandenburger um Gelassenheit. "Es besteht kein Grund zur Beunruhigung."

Auch in Berlin hatte es am Montag in mehreren Wäldern gebrannt. Das größte Feuer gab es an der Havelchaussee im Berliner Grunewald, wo etwa vier Hektar gebrannt hatten (TAG24 berichtete).

In der Nacht zu Dienstag waren alle Waldbrände in Berlin gelöscht, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt hatte angesichts der hohen Waldbrandgefahr auf das geltende Rauch- und Grillverbot im Wald und in dessen Nähe hingewiesen. Ausgetrocknete Waldböden mit Laub und Reisig würden leicht Feuer fangen, hieß es. Wer im Wald rauche, müsse mit einem Bußgeld von mindestens 100 Euro rechnen.

Unweit der Brandstellen in Brandenburg waren am Montag die höchsten Temperaturen ganz Deutschlands gemessen worden. 35,1 Grad hatte die Station im Niedergörsdorfer Ortsteil Langenlipsdorf (Landkreis Teltow-Fläming) gemessen. Die Waldbrandgefahr dürfte in Berlin und Brandenburg weiterhin hoch blieben.

Gewitter in der Nacht zu Dienstag brachten kaum Niederschläge. Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) rechneten am Dienstag mit größtenteils trockenem Wetter in Berlin und Brandenburg und Temperaturen von 30 Grad und mehr. Erst ab Donnerstag sei möglicherweise Entspannung in Sicht.

Rauch steigt in Folge eines Waldbrandes bei Jüterbog auf. Die Feuerwehr hat die Waldbrände bei Jüterbog und Hennickendorf (Teltow-Fläming) unter Kontrolle gebracht
Rauch steigt in Folge eines Waldbrandes bei Jüterbog auf. Die Feuerwehr hat die Waldbrände bei Jüterbog und Hennickendorf (Teltow-Fläming) unter Kontrolle gebracht  © Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa

Feuerwehr weiter im Einsatz

 Ein Hubschrauber ist bei einem Waldbrand bei Jüterbog im Einsatz.
Ein Hubschrauber ist bei einem Waldbrand bei Jüterbog im Einsatz.  © Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 8 Uhr

Die Waldbrände bei Jüterbog und Hennickendorf beschäftigen die Feuerwehr in Brandenburg auch am Dienstag. "Wir werden die Lage heute neu einschätzen und dann entscheiden, wo wir das Feuer vielleicht noch einmal angreifen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Morgen. Die Lage sei aber unter Kontrolle.

Titelfoto: Julian Stähle

Mehr zum Thema Feuerwehreinsätze:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0