Berliner Profi-Sportler: Wenn andere Weihnachten feiern, müssen sie ran

Auch die Handballer von den Füchsen Berlin haben keine wirklichen Weihnachtsfeiertage.
Auch die Handballer von den Füchsen Berlin haben keine wirklichen Weihnachtsfeiertage.  © DPA

Berlin – Wenn die Fußballer von Hertha BSC gemütlich Weihnachten feiern, sind die meisten anderen Berliner Profisportler gefordert. Der dicht gesteckte Terminkalender lässt für die Füchse, die Eisbären, ALBA und die Volleys keine längere Entspannungsphase unterm Tannenbaum zu. Gänzlich müssen André Rankel, Paul Drux und Co. aber nicht auf leckeres Feiertagsessen und geselliges Beisammensein verzichten.

"Klar gibt es eine Weihnachtsstimmung. Aber wir sind uns natürlich auch bewusst, dass wir arbeiten müssen, wenn andere Leute frei haben. Viele Spieler haben Familie, die zu Besuch kommt. Wir schauen, dass wir den Jungs dafür den einen oder anderen Tag frei geben", sagte Eisbären-Trainer Uwe Krupp. Sein Team muss am 22. Dezember auswärts und am zweiten Weihnachtsfeiertag zu Hause antreten. Zwischen Training und Spiel bleibt da nicht viel Zeit zur Besinnung.

Viele der nordamerikanischen Eishockey-Cracks haben ihre Familien in Übersee. Der Kanadier Micki DuPont lädt die Eisbären-Kollegen zu sich nach Hause ein, die ansonsten Weihnachten alleine verbringen müssten. "Wir planen bei uns zu Hause ein gemeinsames Abendessen mit einigen Jungs, deren Familien nicht hier sein können", berichtete der 37-Jährige. Auf die amerikanischen Traditionen wird dabei nicht verzichtet. "Es gibt immer einen großen Truthahn und jeder bringt etwas mit."

Auch bei den Albatrossen wird es nur ein kurzes Weihnachtsfest geben. Einen Tag vor Heiligabend spielen Berlins beste Basketballer noch daheim gegen Jena. Einen Tag nach Weihnachten empfangen sie dann schon wieder Bilbao im Eurocup. Der US-Amerikaner Luke Sikma wird den 24. Dezember mit anderen Spielern bei Teamkollege Bogdan Radosavljvevic verbringen.

Die Eisbären müssen am 22. Dezember und am 2. Weihnachtsfeiertag ran.
Die Eisbären müssen am 22. Dezember und am 2. Weihnachtsfeiertag ran.  © DPA

Für Sikma nichts ungewöhnliches. Er spielt schon mehrere Jahre in Europa, hatte deshalb noch nie seine Familie dabei. Vor kurzem war seine Mutter zu Besuch, da besuchten die beiden einige Weihnachtsmärkte. "Das war toll. Und ich hatte seit Jahren mal wieder so etwas wie ein Weihnachtsgefühl", erzählte er.

Der spanische ALBA-Coach Aito Garcia Reneses hat seine Familie um sich. Er wird sich selbst aber nur einen Tag Ruhe gönnen. "Ansonsten mache ich mir viele Gedanken über das Team", sagte er. Ähnlich sieht es beim Füchse-Trainer Velimir Petkovic aus, der seinem Team am 24. Dezember frei gibt, aber schon einen Tag später zum Training bittet. Schließlich steigt am 26. Dezember der Jahresabschluss gegen den SC Magdeburg in einer ausverkauften Max-Schmeling-Halle.

Der Serbe, der als langjähriger Göppinger Trainer seinen Lebensmittelpunkt in Schwaben hat, feiert erstmals mit seiner Frau und den beiden Söhnen in seiner Schöneberger Wohnung. In die Kirche gehen aber nur seine kroatische Frau und einer der Söhne. "Ich bin Atheist", sagte Petkovic. Der kroatische Füchse-Spieler Drago Vukovic ist gläubiger Christ und wird am Heiligabend im Wedding in die Kirche gehen. "Ich glaube an Gott, das hilft mir viel", sagte der 34-Jährig. Seine in Kroatien lebende Frau und die beiden Kinder sieht er in diesem Jahr nicht. Vukovic wird Heiligabend mit anderen Füchse-Spielern vom Balkan verbringen.

Vukovics Kollege Paul Drux wird den freien 24. Dezember in trauter Zweisamkeit mit Freundin Linda genießen. «Wir werden was schönes kochen und ganz gemütlich feiern», sagte der Nationalspieler. Ganz herkömmlich verbringt Volleys-Kapitän Robert Kromm die Weihnachtstage. Der deutsche Volleyball-Meister muss erst wieder am 27. Dezember ran. "Ich feiere mit meiner Freundin, unserem Kind und meiner Schwester zu Hause in Berlin. Es gibt ganz traditionell Ente", berichtete der 34-Jährige: "Die Bescherung und Gesellschaftsspiele sind die Dinge, auf die ich mich besonders freue."

Wie ALBA-Spieler Joshiko Saibou können sich auch die anderen Sportler aber nicht der Völlerei hingeben. "Man muss beim Essen daran denken, dass man zwei Tage später wieder spielen muss", gab der gebürtige Berliner zu bedenken.

Die Profis von Hertha BSC haben sich in die Weihnachtsferien verabschiedet.
Die Profis von Hertha BSC haben sich in die Weihnachtsferien verabschiedet.  © DPA

Titelfoto: DPA


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