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Die Jugend wählt Grün(e), herbe Verluste für Union und SPD bei Europawahl

Stimmauszählung beginnt - Europawahlergebnisse zuerst erwartet

Die Wahllokale für die Europa- und Kommunalwahl sind geschlossen. Jetzt zählen Tausende Wahlhelfer die Stimmen in den rund 2250 Wahllokalen aus.

Berlin - Bei der Europawahl in Deutschland hat die große Koalition aus Union und SPD nach Prognosen von ARD und ZDF herbe Verluste hinnehmen müssen. Die Grünen landeten hinter der Union am Sonntag erstmals bei einer bundesweiten Wahl auf dem zweiten Platz noch vor der SPD.

Anhänger der Grünen warten in Berlin auf die Bekanntgabe der erste Prognose der Europawahl. Nach ersten Prognosen hat die Partei über 20 Prozent.
Anhänger der Grünen warten in Berlin auf die Bekanntgabe der erste Prognose der Europawahl. Nach ersten Prognosen hat die Partei über 20 Prozent.

Die Wahllokale für die Europa- und Kommunalwahl sind geschlossen. Jetzt zählen Tausende Wahlhelfer die Stimmen in den rund 2250 Wahllokalen aus. Zunächst werden die Ergebnisse der Europawahl ermittelt.

Mit ersten Zwischenergebnissen rechnet die Landeswahlleiterin ab 19 Uhr. Erste Zwischenstände zu den Wahlen der Kreistage und Stadträte der kreisfreien Städte sollen gegen 20 Uhr vorliegen.

Es hatte sich eine deutlich gestiegene Wahlbeteiligung abgezeichnet. Bis zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale hatten laut der Landeswahlleiterin 42 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Bei den Europawahlen seit 1999 waren es zum gleichen Zeitpunkt um 16 Uhr jeweils deutlich weniger.

Update/Hochrechnung 23 Uhr:

CDU/CSU: 28,7 Prozent SPD: 15,6 Prozent Grüne: 20,7 Prozent Die Linke: 5,4 Prozent AfD: 10,8 Prozent FDP: 5,4 Prozent Die Partei: 2,4 Prozent Freie Wähler: 2,1 Prozent

Strahlende Siegerin des Abends: Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock.
Strahlende Siegerin des Abends: Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock.

Update 22.32 Uhr:

Die Satirepartei Die Partei ist einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen zufolge bei den unter 30-Jährigen genauso beliebt wie die SPD. Beide Parteien teilen sich mit jeweils neun Prozent Platz drei. Absoluter Spitzenreiter sind die Grünen mit aktuell 29 Prozent. 13 Prozent der Jugendlichen gaben der Union ihre Stimme, die FDP kommt auf 8 Prozent.

Bei den 18- bis 24-Jährigen betrug der Stimmanteil der Grünen sogar 34 Prozent. Weit abgeschlagen dahinter landet die Union als zweitstärkste Kraft mit 11 Prozent. Platz 3 teilten sich mit jeweils 8 Prozent SPD, Linke, FDP und Die Partei. Die AfD kam auf 5 Prozent.

Update 22.19 Uhr:

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD wollen am Montag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Konsequenzen aus der Europawahl beraten. Am Vormittag wollen CDU, CSU und SPD zunächst getrennt in ihren Führungsgremien in Berlin und München über den Ausgang der Wahlen in Europa, Bremen und in den Kommunen von zehn Bundesländern diskutieren.

Am Nachmittag ist ein Treffen der Spitzen von CDU und CSU bei Merkel geplant.

Update/Hochrechnung 22 Uhr:

CDU/CSU: 28,1 Prozent SPD: 15,5 Prozent Grüne: 20,8 Prozent Die Linke: 5,5 Prozent AfD: 10,9 Prozent FDP: 5,6 Prozent Die Partei: 2,4 Prozent Freie Wähler: 2,1 Prozent Andere: 13,6

Auch in Rumänien wurde am Sonntag gewählt. Doch die Wahllokale für in Deutschland lebende Rumänen waren völlig überlastet.
Auch in Rumänien wurde am Sonntag gewählt. Doch die Wahllokale für in Deutschland lebende Rumänen waren völlig überlastet.

Update 21.37 Uhr:

Rumänische Wahllokale in Deutschland überlastet - Tumultartige Szenen!

Rumänien hatte erhebliche Probleme, die EU-Wahl in Deutschland für seine hier lebenden Landsleute zu organisieren.

In Offenbach kam es laut Polizei zu tumultartigen Szenen, als rund 4000 Menschen, darunter viele mitangereiste Kinder und Angehörige von Wählern, in praller Sonne vor dem Gebäude ausharren mussten. Den rund 1000 Wählern standen nur sechs Wahlkabinen zur Verfügung. Der Wahlleiter alarmierte am Nachmittag die Leitstelle, weil die Lage zu eskalieren drohte.

Ähnlich war die Situation vorm rumänischen Generalkonsulat in München. Dort standen am Nachmittag Tausende Wähler an. In Nürnberg warteten bis zum Abend Hunderte Menschen. Es gebe Unmut, sagte ein Polizei-Sprecher. Gereizt war die Stimmung nach Polizeiangaben auch in Bochum. Ein Sprecher der Polizei Ulm sagte, es handele sich um keinen Einzelfall. Rumänien habe nicht genügend Wahlurnen für seine Bürger in Deutschland bereitgestellt.

In Deutschland lebende EU-Ausländer können entscheiden, ob sie ihre Stimme einer Partei ihres Gastlandes oder einer Partei ihres Herkunftslandes geben. Die Stimmabgabe für Parteien des Herkunftslandes erfolgt in den Botschaften oder in eigens eingerichteten Wahlzentren.

Update 21.20 Uhr:

Blick nach Österreich: Ein fulminanter Sieg bei der Europawahl hat Österreichs Kanzler Sebastian Kurz unmittelbar vor einem geplanten Misstrauensantrag gegen ihn im Parlament massiv gestärkt. Laut Trendprognose hat seine konservative ÖVP ein Plus von fast 8 Prozentpunkten im Vergleich zur Europawahl 2014 eingefahren und kommt nun auf beinahe 35 Prozent.

Nach gemeinsamen Berechnungen mehrerer Meinungsforschungsinstitute erreicht die rechte FPÖ knapp 18 Prozent, ein Minus von gut 2 Prozentpunkten.

"Wir haben heute das historisch beste Wahlergebnis erzielt, das es jemals bei einer EU-Wahl in Österreich gegeben hat", sagte ein erleichterter Kurz am Abend vor Parteianhängern. "Mir fehlen nicht oft die Worte, aber heute bin ich fast sprachlos." Einen solch großen Abstand zum Zweitplatzierten habe es noch bei keiner Europawahl gegeben.

Update 21.16 Uhr:

Blick nach Polen: In Polen zeichnet sich bei der Europawahl eine Rekordbeteiligung ab. Bis 17 Uhr gaben 32,51 Prozent der fast 30 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die staatliche Wahlkommission am Sonntagabend mitteilte. Damit lag die Beteiligung fast doppelt so hoch wie etwa zum gleichen Zeitpunkt 2014.

Sie war damit die höchste seit dem EU-Beitritt des Landes 2004. Bei den drei vorangegangenen Wahlen in Polens 15-jähriger EU-Mitgliedschaft hatte die Wahlbeteiligung die 25-Prozent-Marke nicht überschritten.

Update 21.07 Uhr:

Mit voraussichtlich über 60 Prozent könnte die Beteiligung an einer Europawahl in Deutschland so hoch gewesen sein wie noch nie seit der Einheit. Laut Hochrechnungen von 20 Uhr gingen am Sonntag etwa 61,5 bis 62,0 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen.

Bei der ersten gesamtdeutschen EU-Wahl 1994 lag die Beteiligung bei genau 60,0 Prozent, bei späteren Abstimmungen nur zwischen 40 und 50 Prozent.

Zum Vergleich: Bei Bundestagswahlen gaben bisher nie weniger als 70 Prozent der Berechtigten Stimmzettel ab. Die höchste Beteiligung bei einer EU-Wahl in Deutschland gab es 1979 mit 65,7 Prozent - damals aber nur in Westdeutschland.

Update/Hochrechnung 21 Uhr:

CDU/CSU: 28,2 Prozent SPD: 15,5 Prozent Grüne: 20,8 Prozent Die Linke: 5,5 Prozent AfD: 10,9 Prozent FDP: 5,5 Prozent Die Partei: 2,3 Prozent Freie Wähler: 2,2 Prozent Andere: 7,6 Prozent

Der YouTuber Rezo hat mit seinem Anti-CDU-Video kurz vor der Europawahl für Aufregung gesorgt.
Der YouTuber Rezo hat mit seinem Anti-CDU-Video kurz vor der Europawahl für Aufregung gesorgt.

Update 20.48 Uhr:

Die CDU hat es nach Einschätzung der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Julia Klöckner bei der Europawahl nicht geschafft, mit den von ihr gesetzten Schwerpunkten bei den Wählern anzukommen. Freiheit und Sicherheit seien nicht die entscheidenden Themen gewesen, sagte Klöckner am Sonntagabend in Mainz.

Am Ende seien es die sehr emotionalen Themen Klimawandel und Umweltschutz gewesen, die den Ausschlag für die Wahlentscheidung gegeben hätten.

Klöckner kritisierte die Art und Weise der Auseinandersetzung im Wahlkampf, die sich zunehmend radikalisiert habe. Youtube-Beiträge könnten ein guter Impuls sein, "aber sie ersetzen nicht die politische Debatte", sagte Klöckner mit Blick auf das von Millionen Menschen gesehene Youtube-Video "Die Zerstörung der CDU" (TAG24 berichtete).

Update 20.45 Uhr:

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sieht den EVP-Spitzenkandidaten Manfred Weber (CSU) trotz der Verluste der Union bei der Europawahl in der "Pole Position" für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten. Weber sei der "natürliche Kandidat", sagte die CDU-Politikerin in der ARD.

Die Union stehe geschlossen hinter dem Spitzenkandidatenmodell, sagte sie mit Blick auf Skepsis des französischen Präsidenten Emmanuel Macron daran.

Von der Leyen sagte weiter, die Union sei mit dem Ergebnis nicht zufrieden, aber stärkste Kraft. Es sei gelungen, gegen eine massive Mobilisierung von Populisten und Nationalisten anzustehen.

Update 20.38 Uhr:

Der Rechtsruck in Sachsen hält an: Nachdem die AfD schon bei der Bundestagswahl 2017 auf Platz eins im Freistaat landete, könnte es am Sonntag auch bei der Europawahl für den Spitzenplatz reichen.

Nach Auszählung von gut einem Viertel aller Wahlkreise kam die AfD auf 30,6 Prozent und die CDU auf 27,7 Prozent. Dahinter rangierten Linke (9,7), SPD (7,5), Grüne (5,2) und FDP (4,5). Das Ergebnis war noch unsicher, bis kurz vor 20 Uhr waren die Stimmen von sechs Prozent aller Wahlberechtigten ausgezählt.

Über die Wahlergebnisse aus Dresden halten wir Euch >>> hier auf dem Laufenden.

Update 20.21 Uhr:

Partyvideo auf Twitter: Super Stimmung bei den Satiriker und EU-Spitzenkandidat Martin Sonneborn und Nico Semsrott, seines Zeichens Comedian, von Die Partei. Sonneborn zieht wieder ins EU-Parlament ein, im Vergleich zu 2014 hat er sogar noch deutlich Stimmen zugelegt.

"Ich freue mich sehr, dass Nico jetzt mit nach Brüssel kommt - einfach aus dem Grund, dass ich mich zur Ruhe setzen kann in den nächsten fünf Jahren. Nico ist 20 Jahre jünger, er hat versprochen, die Arbeit zu machen", sagt Sonneborn im Video.

Update 20.17 Uhr:

Blick nach Frankreich: Die rechtspopulistische Partei Rassemblement National von Marine Le Pen hat sich in Frankreich einer ersten Hochrechnung zufolge bei der Europawahl durchgesetzt.

Le Pens Partei erhielt rund 24,2 Prozent der Stimmen, wie der Nachrichtensender BFMTV am Sonntag nach Schließung der Wahllokale berichtete. Die Liste der Regierungspartei La République en Marche (LREM) von Staatschef Emmanuel Macron kam demnach auf 22,4 Prozent.

Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Parteivorsitzende, äußert sich am Wahlsonntag auf einer Pressekonferenz der Union zum Ergebnis der Europawahl.
Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Parteivorsitzende, äußert sich am Wahlsonntag auf einer Pressekonferenz der Union zum Ergebnis der Europawahl.

Update 20.14 Uhr:

Das schlechte Ansehen der Parteichefs ist einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen maßgeblich für das schwache Abschneiden von Union und SPD bei der Europawahl verantwortlich. Auch beim Parteiansehen und der Bewertung der Regierungsarbeit in Berlin gebe es Defizite, teilte das Institut am Sonntag mit.

Demnach halten nur 16 Prozent der Befragten SPD-Chefin Andrea Nahles für hilfreich für das Abschneiden ihrer Partei.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer halten 22 Prozent für hilfreich für die CDU.

Zwei von drei Befragten gaben zudem an, traditionell-konservative Positionen hätten bei der CDU zuletzt eine zu große Rolle gespielt. Die Arbeit der großen Koalition in Berlin wird deutlich schlechter bewertet als noch vor fünf Jahren.

42 Prozent der Befragten bemängelten zu wenig europapolitischen Einsatz der großen Koalition. Erstmals seien europäische Themen bei einer Europawahl für die Wähler wichtiger gewesen als die Bundespolitik, heißt es in der Analyse.

Die Grünen konnten in der Wählergunst deutlich zulegen. Jeder Zweite ist der Forschungsgruppe Wahlen zufolge der Ansicht, dass die Partei für eine "moderne, bürgerliche Politik" steht. "Bei den Kompetenzen im Bereich Klimaschutz werden Union und SPD von den Grünen regelrecht deklassiert", schreibt die Forschungsgruppe Wahlen.

Update 20.04 Uhr:

CSU-Chef Markus Söder fordert nach der Europawahl ein strategisches Umdenken der Union: "Die große Herausforderung der Zukunft ist die intensive Auseinandersetzung mit den Grünen. Alte Maßstäbe, wie wir sie bislang hatten, gelten nicht mehr", sagte er im Bayerischen Fernsehen.

Den früheren Hauptgegner SPD erwähnte Söder in seiner Stellungnahme nicht.

Söder ermahnte die CDU: "Wir müssen als Union insgesamt daran arbeiten, wieder jünger, cooler, offener zu werden. Wir müssen mit den Themen und der Kommunikation so agieren, dass wir nicht von gestern wirken."

Update/Hochrechnung 20 Uhr:

CDU/CSU: 28,8 Prozent SPD: 15,5 Prozent Grüne: 20,6 Prozent Die Linke: 5,4 Prozent AfD: 10,8 Prozent FDP: 5,4 Prozent

Update 19.53 Uhr:

Als schwere Niederlage hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther das Abschneiden der Union bei der Europawahl bezeichnet. Bei einem Ergebnis von bundesweit unter 30 Prozent gebe es nichts zu beschönigen, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend.

"Es ist offenkundig, dass es unserem Wahlkampf nicht gelungen ist, bei den für die Menschen entscheidenden Themen sichtbar zu werden." Am Eklatantesten sei dies beim Thema Klimaschutz. Hier sei die Union in bestimmten Fragen nicht sprechfähig gewesen und ohne Antworten geblieben.

v.li.: Hannah Neumann, Europawahl-Kandidatin, Annalena Baerbock, Grünen-Vorsitzende, Sven Giegold, Abgeordneter der Grünen im Europaparlament, Europawahl-Kandidat Erik Marquardt und Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer der Grünen, jubeln in Berlin.
v.li.: Hannah Neumann, Europawahl-Kandidatin, Annalena Baerbock, Grünen-Vorsitzende, Sven Giegold, Abgeordneter der Grünen im Europaparlament, Europawahl-Kandidat Erik Marquardt und Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer der Grünen, jubeln in Berlin.

Update 19.46 Uhr:

Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat nach dem Ergebnis der Europawahl verstärkte Anstrengungen für den Klimaschutz verlangt. Sie sagte am Sonntagabend in der ARD, die EU müsse nun zu einer "Klimaschutz-Union" werden.

Mit Blick auf das historisch gute Ergebnis der Grünen bei der Europawahl in Deutschland sagte sie, dies seien Stimmen für Klimaschutz, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.

Update 19.40 Uhr:

"Das ist ein Sunday for Future", sagte Grünen-Spitzenkandidat Sven Giegold am Sonntag in Berlin zum starken Abschneiden seiner Partei bei der Europawahl - in Anspielung auf die Schüler- und Studentenbewegung Fridays For Future, die sich für einen besseren Klimaschutz einsetzt.

"Was hier in Deutschland mit das Schönste ist - dass heute ganz klar das Signal ist: Es freut sich Grün und nicht Gauland!", Giegold weiter mit Blick auf das AfD-Ergebnis und AfD-Chef Alexander Gauland.

Update 19.32 Uhr:

Die CSU ist bei der Europawahl nach der neusten Hochrechnung mit 40,6 Prozent knapp vor ihrem Ergebnis von 2014 gelandet. Nach den Zahlen des Bayerischen Rundfunks vom frühen Sonntagabend lag sie damit 0,1 Prozentpunkte über ihrem bislang schlechtesten Ergebnis von vor fünf Jahren.

Verglichen mit der historischen Pleite bei der Landtagswahl 2018 konnte die Partei von Ministerpräsident Markus Söder damit wieder deutlich bei den Stimmenanteilen zulegen.

Die Grünen kamen der Hochrechnung zufolge mit einem Rekordergebnis (19,7 Prozent) auf Platz zwei in Bayern. Dahinter liegen mit Abstand SPD (9,4 Prozent) und AfD (7,9 Prozent).

Update 19.24 Uhr:

Schock für Volksparteien am Superwahltag in Europa! In ersten Trends haben sich deutliche Verluste für die großen Volksparteien und ein starkes Abschneiden rechter EU-Kritiker abgezeichnet. Europaweit dürften die christdemokratische Parteienfamilie EVP und die Sozialdemokraten der S+D laut Umfragen vor der Wahl künftig deutlich schwächer unter den 751 Europaabgeordneten vertreten sein.

Die Grünen schnitten laut Prognosen in Deutschland mit 20,8 bis 21,8 Prozent zwar sensationell stark ab, aber sie können europaweit keine allzu großen Zugewinne erwarten.

In einigen Ländern sind die Wahllokale noch geöffnet, etwa in Polen bis 21 Uhr, in Italien bis 23 Uhr.

Update 19.20 Uhr:

"Ich habe echt alles gegeben, was ich konnte, mehr ging nicht", sagte Katarina Barley, Europawahl-Spitzenkandidatin der SPD, am Sonntag nach dem schlechten Abschneiden ihrer Partei.

Update 19.15 Uhr:

"Ich möchte alle SPD-Mitglieder und unsere Anhänger ermutigen, selbstbewusst in die Zukunft zu schauen - auch wenn die Ergebnisse heute schmerzlich sind. Sie zeigen, dass wir noch viel zu tun haben", sagte SPD-Chefin Andrea Nahles zum erstmaligen Abrutschen ihrer Partei hinter die Grünen bei einer bundesweiten Wahl.

Und weiter: "Ich sage in Richtung Grüne: Glückwunsch. Und ich sage "Kopf hoch" in Richtung SPD. Denn wir nehmen diese Herausforderung an."

Andrea Nahles, SPD-Parteivorsitzende, äußert sich am Wahlsonntag auf einer Pressekonferenz der SPD zum Ergebnis der Europawahl.
Andrea Nahles, SPD-Parteivorsitzende, äußert sich am Wahlsonntag auf einer Pressekonferenz der SPD zum Ergebnis der Europawahl.

Update 19.10 Uhr:

So wählten die unter 30-Jährigen:

CDU/CSU: 13 Prozent SPD: 10 Prozent Grüne: 33 Prozent Die Linke: 7 Prozent AfD: 6 Prozent FDP: 8 Prozent Die Partei: 8 Prozent Tierschutz: 4 Prozent Freie Wähler: 2 Prozent

Update 19.06 Uhr:

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Verluste der Union bei der Europawahl auch auf die teils wenig überzeugende Arbeit der großen Koalition zurückgeführt. Bei der Regierungsarbeit habe es nicht die Überzeugung gegeben, die die Bürger erwarteten, sagte Kramp-Karrenbauer.

Das Ergebnis bei der Wahl entspreche nicht dem Anspruch der Union als Volkspartei. Die Union habe aber ihr Wahlziel erreicht, stärkste Kraft zu werden. Und die EVP werde voraussichtlich stärkste Kraft im Europaparlament. Dies untermauere den Anspruch, dass EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber (CSU) neuer Präsident der EU-Kommission werde.

Update/Hochrechnung 19 Uhr:

CDU/CSU: 28,1 Prozent SPD: 15,7 Prozent Grüne: 20,9 Prozent Die Linke: 5,5 Prozent AfD: 10,6 Prozent FDP: 5,4 Prozent Andere: 13,8 Prozent

Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender der AfD im Bundestag, sprach von einem schwierigen Wahlkampf für seine Partei.
Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender der AfD im Bundestag, sprach von einem schwierigen Wahlkampf für seine Partei.

Update 18.57 Uhr:

AfD-Chef Alexander Gauland hat von einem "schwierigen Wahlkampf" für seine Partei bei der Europawahl gesprochen. Angesichts dessen sei er mit dem Ergebnis zufrieden, sagte er am Sonntagabend im ZDF. Nur wenn es am Ende nicht zweistellig ausfallen sollte, hätte er ein Problem.

Gauland verwies unter anderem darauf, dass die Skandal-Videos um den österreichischen Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) der AfD den Wahlkampf erschwert hätten. Er betonte aber: "Die FPÖ ist unsere Schwesterpartei, mit ihr wollen wir zusammenarbeiten." Die AfD habe zudem erklären müssen, "warum wir uns in ein Parlament wählen lassen, das wir abschaffen wollen".

Spitzenkandidat Jörg Meuthen sagte: "Wir gehen nach Brüssel, um die EU zu reparieren, um sie auf ihre Kernaufgaben zu reduzieren." Die AfD habe in Brüssel jetzt eine "bärenstarke Gruppe".

Bei der AfD-Wahlparty sagten einige Wahlkämpfer, die Parteispenden-Affäre habe sich wohl negativ auf das Europawahl-Ergebnis ausgewirkt. Andere mutmaßten, es sei vielleicht unklug gewesen, den Austritt Deutschlands aus der EU als Möglichkeit ins Wahlprogramm aufzunehmen. Kritik an Meuthen war nicht zu hören.

Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, nahm an der Wahlparty nicht teil. Sie lobte aber schriftlich Meuthens Wahlkampf. "Eine weitere Erkenntnis: Die GroKo hat fertig. Nach dieser gewaltigen Wahlklatsche der SPD kann die Koalition nicht zur Tagesordnung übergehen."

Update 18.53 Uhr:

Die Grünen haben ihr historisch gutes Ergebnis bei der Europawahl in Deutschland als "Signal für mehr Klimaschutz" bezeichnet. Die Grünen-Spitzenkandidatin Ska Keller erklärte: "Wir verstehen es als Auftrag, bei diesem Thema nun endlich für Handlungen zu sorgen."

Die Grünen wollten bei der Wahl einer Kommissionspräsidentin oder eines Kommissionspräsidenten ein entscheidendes Wort mitreden. Grünen-Spitzenkandidat Sven Giegold sprach von einer Richtungswahl. "Wir werden die Stimme der Klimabewegung von der Straße ins Parlament tragen und uns für den europäischen Zusammenhalt einsetzen."

Update 18.50 Uhr:

Der Vizechef der SPD-Bundestagsfraktion, Achim Post, wertet die Wahlergebnisse vom Sonntag als "schmerzhaften Tiefpunkt" für die SPD. Nach der Bundestagswahl und den Wahlniederlagen im vergangenen Jahr sei erneut keine Trendumkehr gelungen, erklärte Post.

Update 18.46 Uhr:

Trotz der Verluste der großen Koalition bei der Europawahl sieht CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nach eigenen Worten keinen Grund für ein Ende der Bundesregierung.

Auf die Frage, ob die Groko trotz der dramatischen Verluste weitermachen könne und werde, sagte er am Sonntag im ZDF: "Ich finde, sie muss weitermachen, damit Stabilität auch in Deutschland herrscht." Hier gehe es ums Land und nicht um parteipolitische Fragen.

Update/Hochrechnung 18.42 Uhr:

CDU/CSU: 27,7 Prozent SPD: 15,6 Prozent Grüne: 20,9 Prozent Die Linke: 5,6 Prozent AfD: 10,7 Prozent FDP: 5,6 Prozent Andere: 13,9 Prozent

Die Wahlhelfer prüfen Briefwahlunterlagen auf Vollständigkeit und Gültigkeit, bevor diese ausgezählt werden.
Die Wahlhelfer prüfen Briefwahlunterlagen auf Vollständigkeit und Gültigkeit, bevor diese ausgezählt werden.

Update 18.27 Uhr:

Die Parteien der großen Koalition in Deutschland haben bei der Europawahl ersten Prognosen zufolge historisch schlecht abgeschnitten.

Union wie SPD erzielten nach Berechnungen für ARD und ZDF so schwache Ergebnisse wie noch nie zuvor bei einer bundesweiten Wahl.

Trotzdem bleiben CDU und CSU zusammen stärkste Kraft. Die Sozialdemokraten dagegen fallen auf den dritten Platz.

Erstmals bei einer bundesweiten Wahl kommen die Grünen auf den zweiten Rang, sie können über satte Zugewinne jubeln.

Die EU-skeptische AfD verbessert ihr Europawahl-Ergebnis deutlich, bleibt aber hinter ihrem Resultat bei der jüngsten Bundestagswahl.

Die Einbußen der Regierungsparteien dürften der Frage nach der Stabilität des schwarz-roten Bündnisses in Berlin neue Brisanz verleihen. Und: Wie bei der Europawahl verloren die Sozialdemokraten auch bei der zeitgleichen Landtagswahl in Bremen stark (dazu berichtet TAG24 >>> hier) - der Stadtstaat war immer eine rote Hochburg. Die CDU lag dort nach den Prognosen ein bis zwei Prozentpunkte vor der SPD.

Update 18.20 Uhr:

Erste Hochrechnung laut Forschungsgruppe Wahlen:

CDU/CSU: 27,7 Prozent SPD: 15,6 Prozent Grüne: 20,8 Prozent Die Linke: 5,5 Prozent AfD: 10,6 Prozent FDP: 5,5 Prozent Freie Wähler: 2,2 Prozent Die Partei: 2,7 Prozent Andere: 9,4 Prozent

Andrang bis 18 Uhr: Wähler stehen vor der Stimmabgabe zu den Europa- und Kommunalwahlen in Sachsen vor einem Wahllokal in einer Schule in der Dresdner Neustadt an.
Andrang bis 18 Uhr: Wähler stehen vor der Stimmabgabe zu den Europa- und Kommunalwahlen in Sachsen vor einem Wahllokal in einer Schule in der Dresdner Neustadt an.

Fotos: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa, Kay Nietfeld/dpa, Harald Tittel/dpa , Bodo Schackow/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++, Wolfgang Kumm/dpa, Michael Kappeler/dpa, privat/DPA , Vadim Ghirda/AP/dpa, DPA

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