Traurig! Berliner Rentner sind bundesweit am unglücklichsten

Berlin/Brandenburg - Für 65 Prozent der Berliner und Brandenburger hat sich die Lebensqualität mit dem Eintritt in die Rente verschlechtert. Das hat eine Umfrage der Versicherungsgesellschaft "Axa" ergeben.

Eine Rentnerin ist besorgt (Symbolbild).
Eine Rentnerin ist besorgt (Symbolbild).  © 123RF

Im Rest von Deutschland beklagen sich laut des "Axa Deutschland-Report 2018" mit 57 Prozent etwas weniger Rentner. Lediglich 10 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass sich ihre Lebensqualität verbessert hat. In Berlin sind es sogar nur 4 Prozent. Vor zwei Jahren waren bundesweit noch 24 Prozent davon überzeugt. Zudem hat bereits jeder Dritte Rentner (31 Prozent) Angst vor der Verarmung.

Bei mehr als der Hälfte (51 Prozent) der Erwerbstätigen überwiegen Ängste und Sorgen, wenn es um das Thema Rente geht. Nur 33 Prozent gaben an, sich auf die Rente zu freuen. Zudem scheint nicht nur Geld das Problem zu sein: 54 Prozent der Berufstätigen sind der Meinung, dass Rentner in der Gesellschaft ein schlechteres Ansehen als Erwerbstätige genießen. In Berlin sind sogar 60 Prozent dieser Ansicht.

Trotzdem treffen Berliner und Brandenburger vergleichsweise wenig Vorsorge für ihre Rente. Während im Rest von Deutschland bereits 45 Prozent der Berufstätigen damit begonnen haben, sind es in Berlin nur 35 Prozent. Weiterhin geben lediglich 4 Prozent an, dass die finanzielle Absicherung im Alter ihnen am wichtigsten ist. Damit katapultiert sich die Hauptstadt ans Schlusslicht, denn der Bundesdurchschnitt liegt mit 14 Prozent um 10 Prozent höher.

Rentenerhöhungen greifen nicht

Die bisherigen politischen Maßnahmen zur Erhöhung der Rente haben keine positive Wirkung auf die persönliche Zufriedenheit von Rentnern gezeigt. Ganz im Gegenteil: „Es hat seit 2016 zwei vergleichsweise deutliche Erhöhungen der gesetzlichen Rente gegeben – und dennoch wächst die Unzufriedenheit der Ruheständler weiter“, äußert sich Patrick Dahmen, Vorstandsmitglied bei Axa, besorgt gegenüber dem "Focus". Dahmen macht daher die „finanzielle Fallhöhe zwischen dem Berufs- und Rentnerleben“ für die steigende Unzufriedenheit trotz Rentenerhöhungen verantwortlich.

Gerade die zahlreichen "Neu-Rentner" seien äußerst negativ gegenüber ihrer Lebenssituation eingestellt. Das sorge für die rasant sinkenden Zufriedenheitswerte.

Ein Rentner blickt in sein Portmonee (Symbolbild).
Ein Rentner blickt in sein Portmonee (Symbolbild).  © 123RF

Das Vertrauen in die Politik ist weg

Ganze 71 Prozent aller Erwerbstätigen haben beim Thema Rente und Altersvorsorge kein Vertrauen mehr in die Politik. In Berlin liegt dieser Wert mit 64 Prozent etwas niedriger als im Bundesdurchschnitt. 71 Prozent aller Rentner und Berufstätigen wünschen sich, dass höhere Renten das vorrangige Staatsziel darstellen. 79 Prozent der Umfrageteilnehmer befürworten daher eine höhere Anrechnung von Erziehungszeiten als politische Maßnahme. Zudem sollten, laut 77 Prozent der Befragten, zukünftig auch Selbständige und Beamte in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen.

Von der Mindestrente für Langzeitversicherte sind lediglich 33 Prozent der Deutschen überzeugt.


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