Nach Brandanschlag: Obdachloser (62) darf Klinik verlassen, Tatverdächtiger gefasst

Berlin - Gute Nachricht nach dem schrecklichen Brandanschlag auf zwei Obdachlose am S-Bahnhof Schöneweide (TAG24 berichtete) kann einer der beiden Schwerverletzten aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Beamte der Spurensicherung am Tatort S-Bahnhof Schöneweide.
Beamte der Spurensicherung am Tatort S-Bahnhof Schöneweide.

Am 22. Juli gegen 23 Uhr hatte ein unbekannter Täter die beiden schlafenden Männer (47/62) an ihrem Lagerplatz auf dem Cajamarca-Platz mit Benzin übergossen und angezündet.

Aufmerksame Zeugen löschten die brennenden Männer mit dem Feuerlöscher aus einem benachbarten Imbiss.

Zehn Tage nach der lebensgefährlichen Attacke sei der 62-Jährige gesundheitlich so weit wiederhergestellt, dass er das Krankenhaus in den nächsten Tagen mit einer Streetworkerin verlassen könne, sagte eine Sprecherin des Unfallkrankenhauses (UKB) in Marzahn am Mittwoch gegenüber der DPA.

Der Mann werde sich dann in eine organisierte Unterkunft begeben.

Dagegen kämpft das zweite Opfer noch immer um sein Leben: Der 47-Jährige liegt weiterhin im Schutzkoma und wird intensivmedizinisch betreut.

Aufgrund seiner schweren Brandverletzungen muss er sich noch mehreren Operationen unterziehen, bei denen er Hauttransplantate erhält.

Nach dem Brandstifter wird noch immer fieberhaft gefahndet. Derzeit wertet die Polizei die Aufnahmen von Überwachungskameras aus (TAG24 berichtete).

Die Berliner Sozialsenatorin Elke Breitenbach (57, Linke) bezeichnete die Horror-Tat sogar als "bestialischen Mordversuch". Am Tag nach der Attacke hatten 150 Menschen an einer Mahnwache am Tatort teilgenommen (TAG24 berichtete).

Update, 14.07 Uhr:

Wie die Polizei mitteilte, konnte der versuchte Tötungsdelikt aufgeklärt werden. Das Amtsgericht Tiergarten verhängte bereits am 26. Juli einen Haftbefehl gegen einen 47-Jährigen wegen versuchten Totschlags. Da dieser sich nach der Tat zurückzog, wurde gezielt nach dem Mann gefahndet. Im Ortsteil Köpenick kam es dann zur Festnahme.


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