Ob das reicht? Mit so viel Geld will Berlin alle Käufer von E-Autos ködern

Berlin - Unternehmer sollen in Berlin künftig eine eigene Landesprämie bekommen, wenn sie auf ein Elektrofahrzeug umsteigen. Das sei ein "sehr attraktives" Angebot für die Wirtschaft, so Regierungschef Michael Müller (53, SPD) am Montag nach einem Treffen mit Vertretern von Landesunternehmen und Verbänden im Roten Rathaus.

Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (56, parteilos) prüft das Diesel-Fahrverbot für einzelne Straßen.
Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (56, parteilos) prüft das Diesel-Fahrverbot für einzelne Straßen.  © DPA (Bildmontage)

Vorgesehen sind bis zu 4000 Euro für E-Autos und bis zu 8000 Euro für leichte Nutzfahrzeuge bis 4,25 Tonnen, wie aus der Förderrichtlinie der Senatswirtschaftsverwaltung hervorgeht.

Profitieren sollen etwa Taxifahrer, Handwerker, Lieferdienste oder auch Pflegeunternehmen. Beantragt werden kann die Förderung ab 1. Juli.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (40, Grüne) rechnet vor: Ein Betrieb könne damit nun 4000 Euro Umweltbonus über den Bund und nochmal 4000 Euro vom Land bekommen, wenn er auf ein Elektroauto mit Batterie, ein Hybrid- oder Brennstoffzellen-Fahrzeuge umsteige.

Wer seinen älteren Diesel oder Benziner verschrottet, kriegt weitere 1000 Euro.

In Berlin drohen Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge, wenn die Luftverschmutzung nicht besser wird.

Besonders Taxifahrer in Berlin profitieren von der Prämie für E-Autos. (Bildmontage)
Besonders Taxifahrer in Berlin profitieren von der Prämie für E-Autos. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

An mehreren Stellen werden die Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide überschritten. Das Verwaltungsgericht will nach Angaben Müllers am 11. Oktober über eine Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) entscheiden.

Die rot-rot-grüne Landesregierung will Fahrverbote noch abwenden. Verkehrssenatorin Regine Günther (56, parteilos) prüft aber, welchen Effekt notfalls Verbote auf einzelnen Strecken hätten (TAG24 berichtete). Ob die neue Prämie maßgeblich hilft, ist unklar. "Man kann nicht sicher sein", sagte Müller. Aber sie könnten nur alles tun, um das Risiko solcher Urteile zu minimieren.

Der Senat wollte schon einmal Taxifahrer zum Umsteigen auf E-Autos bewegen, allerdings mit wenig Erfolg. Sie hätten für das erste Förderprogramm nur zehn, elf Interessenten gehabt, sagte Müller. Das habe auch daran gelegen, dass man nur Bundes- oder Landeszuschüsse bekam. Nun sei das Verbot der Doppelförderung aufgehoben worden.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) befürwortet das. "Durch die Kombinierbarkeit von Bundes- und Landesförderung wird die E-Mobilität für Unternehmen wirtschaftlich", teilte IHK-Präsidentin Beatrice Kramm (52) in einer Stellungsnahme mit. "Ein Problem bleibt, dass es gerade bei größeren Lieferwagen bislang kaum entsprechende Fahrzeug-Angebote gibt."

Pop sagte, es gebe zum Beispiel bei Kastenwagen drei Modelle. Die Förderung biete auch die Chance zur Beratung. "Aber auch da müssen wir feststellen: Es gibt von der deutschen Automobilindustrie kein adäquates Angebot", kritisierte Pop.

Der Regierende Bürgermeister Müller warnte, die deutsche Autoindustrie dürfe den Anschluss nicht verpassen.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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