So geht's Herbert Köfer wirklich mit seinen 98 Jahren

Von Caroline Staude und Björn Strauss

Berlin - Er ist der dienstälteste Schauspieler der Welt: Herbert Köfer steht mit seinen 98 Jahren noch immer regelmäßig auf der Bühne. Jetzt verriet er, wie es ihm mit dem Älterwerden wirklich geht…

Seit fast 80 Jahren steht er auf der Bühne: Herbert Köfer (98).
Seit fast 80 Jahren steht er auf der Bühne: Herbert Köfer (98).  © DPA/RBB

Für eine Reportage im >> RBB-Fernsehen hat sich Herbert Köfer bei einem seiner Auftritte begleiten lassen. Seine Lesung ist ausverkauft, nichts Neues für den Schauspieler. „Mir geht's blendend, ich fühle mich sehr gut“, sagt er lachend in die Kamera.

Seit fast 80 Jahren steht er auf der Bühne! Was treibt ihn an, noch immer auf den "Brettern" zu agieren? “Es macht mir Spaß!“, so einfach sei das.

Dabei hat auch der unermüdliche Herbert Köfer mit so manchem Altersleiden zu kämpfen. Im Februar feierte er seinen 98. Geburtstag, stand an diesem Tag auch auf der Bühne. Im August 2018 musste sich der Schauspieler einer Herzklappen-OP unterziehen, danach wochenlang in eine Reha-Klinik (TAG24 berichtete).

Bereits 2015 gab er seinen Führerschein ab. Dennoch habe er mit seinem Alter kein Problem. Das Sprechen vor Publikum und auch das Lernen der vielen Texten bereite ihm bis heute keine Probleme.

„Ich will nicht sagen, dass ich ein Wunderkind bin“, erzählt Köfer in der Reportage. „Das Leben macht mir einfach Spaß. Natürlich gibt es hier und da mal ein Problemchen, aber das gehört ja dazu.“

Schauspieler Herbert Köfer und seine Frau Heike.
Schauspieler Herbert Köfer und seine Frau Heike.  © DPA

Ein wirkliches Geheimrezept gibt es für ihn nicht. Aber das Umfeld sei entscheidend. „Ich hatte immer Menschen, die neben mir standen, mit denen ich streiten kann, mit denen ich mich wohlfühlen kann und die ich lieben kann. So nimmt man jede Schwierigkeit, die das Alter mit sich bringt gut auf.“

Daran, endgültig von der Bühne zu gehen und nicht mehr aufzutreten, denkt der Rekord-Schauspieler übrigens nicht. „Ich gehöre nicht zu denen, die, wenn sie alt werden, sagen: ‚Och schon wieder ein Jahr älter…‘, sondern ich sage ‚schon wieder einen Tag älter geworden, schön…‘“

Und wer weiß, vielleicht holt Köfer ja auch noch Johannes Heesters (†108) ein, der noch bis kurz vor seinem Tod auf der Bühne stand.

Bis heute hat Herbert Köfer, der vor allem für seine Vielzahl an komödiantischen Rollen bekannt ist, allerdings mit einer seiner ernsteren Rollen zu hadern. "Das war in 'Nackt unter Wölfen'. Die Presse schrieb immer in ihren Kritiken: Wenn der nur aufhören würde, immer diese dämlichen Schwänke zu spielen. Ich spielte dann an der Seite vom Erwin Geschonnek beim Regisseur Frank Beyer vor und er engagierte mich für die Rolle eines SS-Mannes.“ Das sagte Köfer bei seinem letzten Auftritt im MDR-Riverboat.

"Ich hatte zu dieser Zeit eine Unterhaltungssendung, die hieß 'Da lacht der Bär'. Dort spielte ich einen der Mikrofonisten mit Quermann und Müller. Jetzt standen wir da, wollten ins Theater und die Menschen sehen mich und singen auf einmal 'Da lacht der Bär, da lacht der Bär'. Da habe ich einen furchtbaren Schreck gekriegt. Ich dachte, was passiert denn jetzt im Kino, wenn ich da auf der Leinwand erscheine, als Hauptsturmführer Kluttich, dieses Schwein, der die Gefangenen geprügelt hat. Und da habe ich mit schweißnassen Händen dort gesessen.“

Aber während des Films lachte niemand. Doch für Köfer war danach klar, dass er es schöner findet, wenn die Leute über ihn lachen können.

Titelfoto: DPA/RBB

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