Ex-Soldat nach "Macht's gut Männer, Heil Hitler!" verurteilt

Berlin - Diese Worte haben ein Nachspiel. Mit "Macht's gut Männer, Heil Hitler!" verabschiedete sich ein Zeitsoldat von seinen Kameraden. Nun wurde ihm der Prozess gemacht.

Ein Ex-Soldat musste sich vor Gericht verantworten. (Symbolbild)
Ein Ex-Soldat musste sich vor Gericht verantworten. (Symbolbild)  © DPA

Gesagt hatte er den Satz am 11. Oktober 2017 nach einem Kompaniefest in der Julis-Leber-Kaserne in Berlin-Wedding. Daraufhin wurde der 19-Jährige nicht nur als Zeitsoldat entlassen, sondern auch noch wegen verbreitens des Kennzeichens einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation vor dem Berliner Amtsgericht angeklagt.

Vor Gericht erklärte der Angeklagte, dass er damals ein heftiges Alkoholproblem gehabt habe. Auch sein Oberstabsgefreiter konnte dies bestätigen. "Er war ziemlich betrunken und quatschte uns voll."

Seine Kameraden hätten noch versucht ihn loszuwerden. Dann sei dieser Satz gefallen, der nicht zu entschuldigen sei und den er sehr bedaure, wie der Angeklagte voller Reue erklärte. Den Ausrutscher könne er sich nicht erklären. Er habe keine rechte Gesinnung. Das konnte auch der Zeuge bestätigen: "Er ist vorher auch nie mit solchen Reden aufgefallen."

Das Verfahren wurde schließlich gegen die Zahlung von 400 Euro an den jüdischen Kindergarten ein. "Sie sind noch Heranwachsender und weit entfernt davon, als Erwachsender behandelt zu werden", so der Richter zu dem Ex-Soldaten, der inzwischen als Postzusteller arbeitet.


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