Innensenator beschimpft Neonazis als "Arschlöcher"

Innensenator Andreas Geisel hätte die geplante Demo der Neonazis in Berlin gern verhindert.
Innensenator Andreas Geisel hätte die geplante Demo der Neonazis in Berlin gern verhindert.  © DPA (Bildmontage)

Berlin - Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hätte die für heute geplante Neonazi-Demo in Berlin-Spandau gerne verboten.

"Ein Verbot wäre mir sehr sympathisch gewesen, wir haben das sehr sorgfältig geprüft und festgestellt, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung leider auch für Arschlöcher gilt", sagte Geisel am Samstag dem Inforadio des rbb.

Die Demo anlässlich des 30. Todestags des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß sei mit hohen Auflagen verbunden gewesen. Die Rechtsextremisten würden im Vorfeld kontrolliert und auf Transparente oder Bilder durchsucht, damit es keine Verherrlichung geben könne, sagte Geisel.

Laut Polizei waren für die Neonazi-Kundgebung 500 Teilnehmer angemeldet. Geisel sagte, er rechne mit bis zu 1000 Demonstranten.

Die Gegendemo wurden von Parteien wie Gründe, Linke und SPD unterstützt.
Die Gegendemo wurden von Parteien wie Gründe, Linke und SPD unterstützt.  © DPA

Ab dem Vormittag waren außerdem vier Gegendemos angemeldet. Parteien wie SPD, Grüne und Linke, Gewerkschaften und Bündnisse gegen Rechts unterstützen die Proteste. Linksextremistische Gruppen kündigten Blockaden an.

Am Samstagmittag starteten Hunderte von ihnen einen Protestzug gegen die Neonazi-Demonstration in Berlin-Spandau. Die Teilnehmer liefen in der Nähe des Bahnhofs los, wo auch die Rechtsextremisten starten wollten.

Nach Polizeiangaben wurden sie in Zelten "intensiv vorkontrolliert".

Rund 1000 Polizisten waren im Einsatz, um Zwischenfälle zu verhindern, wie ein Sprecher mitteilte.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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