Berlin ist Europas Spionage-Hauptstadt

Sicherheitslücken in der Software machen Dritten den Zugang zu fremden Rechnern leicht.
Sicherheitslücken in der Software machen Dritten den Zugang zu fremden Rechnern leicht.  © dpa/Tim Brakemeier

Berlin - Im geteilten Berlin und im blockfreien österreichischen Wien gab es in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wohl die höchste Dichte an Spionen. Viele Filme griffen das Thema auf. Heute ist es aber nicht viel anders, sagen Sicherheitsexperten.

Die deutsche Hauptstadt steht nach Einschätzung des Verfassungsschutzes besonders im Fokus ausländischer Spione und Geheimdienste. "Man kann durchaus sagen, dass die Stadt Berlin europaweit gesehen durchaus als ein echter Spionage-Hotspot bezeichnet werden kann, als eine echte Spionage-Hochburg", sagte der Berliner Innen-Staatssekretär Torsten Akmann (SPD) am Mittwoch im Ausschuss für Verfassungsschutz. Die Situation Berlins sei vergleichbar mit den früheren Zeiten des Kalten Krieges in Wien.

Das liege schon an der heutigen Rolle als Regierungssitz und Ort von mehr als 150 Botschaften. Das zuständige Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln und die Berliner Behörden gingen davon aus, dass "eine Vielzahl von diplomatischen Vertretungen" über die Geheimdienste ihrer Heimatstaaten auch mit Spionagetätigkeiten befasst seien, sagte Akmann.

Spioniert werde besonders im politischen Bereich. "Die Bundesministerien stehen hier stark im Fokus." Daneben gebe es noch Wirtschafts- und Militärspionage. Außerdem würden die ausländischen Geheimdienste Oppositionelle aus ihren Heimatländern, die in Deutschland leben, beobachten und ausspionieren.

Das Thema spielte auch eine Rolle bei der sogenannten Gülen-Liste, einer kürzlich bekannt gewordenen Liste des türkischen Geheimdienstes mit oppositionellen Türken in Deutschland.


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