Olympiasiegerin Heike Drechsler (53) ein Stasi-Spitzel? Das sagt ein Forscher

Berlin - Der berühmte Stasi-Forscher Helmut Müller-Enbergs (58) hat die zweimalige Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler (53) von sich seit Jahren hartnäckig haltenden Stasi-Vorwürfen entlastet.

Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler (53) aus Gera wurde in puncto Stasi-Vergangenheit endlich entlastet. (Bildmontage)
Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler (53) aus Gera wurde in puncto Stasi-Vergangenheit endlich entlastet. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

"Frau Heike Drechsler war zu keinem Zeitpunkt (...) als IM ‚Jump‘ beim MfS erfasst gewesen", sagte Müller-Enbergs nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks.

Der Wissenschaftler hat im Auftrag der früheren Weltklasse-Leichtathletin ein 31-seitiges Gutachten zum Fall Drechsler verfasst, das auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Nach den Maßstäben des Berliner Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) beziehungsweise des Stasi-Unterlagen-Gesetzes sei Drechsler nicht als Inoffizielle Mitarbeiterin zu bewerten, so Müller-Enbergs.

Enbergs arbeitete nach der Wende als stellvertretender Fachbereichsleiter in der Forschungs- und Medien-Abteilung der Stasi-Unterlagen-Behörde.

"Das Ergebnis bedeutet, dass ich recht hatte, dass ich nie IM gewesen bin. Dafür gibt es jetzt eine wissenschaftliche Grundlage", so Drechsler gegenüber der DPA erleichtert. Sie hatte die Aufarbeitung ihrer DDR-Vergangenheit in den vergangenen zwei Jahren selbst vorangetrieben, um Klarheit zu schaffen.

"Ich will einfach, dass das rauskommt aus meinem Lebenslauf", sagte die 53-Jährige. Öffentliche Anschuldigungen, sie habe der Stasi zugearbeitet und Kollegen bespitzelt, hat es immer wieder gegeben. Drechsler war einst ein Aushängeschild des DDR-Sports und Mitglied in der SED und Abgeordnete der Volkskammer.

Nicht alles, was man ihr vorgeworfen habe, sei jedoch falsch: "Sie hatte Kontakte zur Stasi, ob wissentlich oder nicht, und sie war – zumindest vorübergehend – Begünstigte der Stasi", erklärte Müller-Enbergs. Aber vom MfS sei sie immer nur als VIM, also als Vorlauf-IM, geführt worden.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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