Bundestagsabgeordnete spielen Flüchtling

120 Menschen wollten wissen, wie es sich anfühlt, als Flüchtling in einem Schlauchboot zu sitzen.
120 Menschen wollten wissen, wie es sich anfühlt, als Flüchtling in einem Schlauchboot zu sitzen.

Berlin - Ein verwirrendes Bild: Politiker mit Rettungswesten sitzen zusammengepfercht in einem Schlauchboot. Dieser Anblick bot sich den Menschen am Dienstag in Berlin. Der Verein Sea-Watch organisierte dafür ein originales Flüchtlingsboot, das vor den Bundestag auf der Spree zu Wasser gelassen wurde.

121 Menschen wollten wissen, wie es sich anfühlt, als Flüchtlinge auf engstem Raum in einem Schlauchboot über das Mittelmeer zu schippern. Mit an Bord, direkt vor dem Bundestag, waren unter anderem Sahra Wagenknecht (46) und Dietmar Bartsch (57) von der Linken, beide sind die neuen Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag.

"Wir versuchen, die ausweglose Lage erfahrbar zu machen, in der sich Flüchtende befinden, für die es keine legalen Wege nach Europa gibt", erklärt Frank Dörner, medizinischer Leiter auf der "Sea-Watch" auf der Webseite des Vereins, der die Aktion organisierte. Der Verein, der auf dem Mittelmeer Flüchtlinge rettet, wollte damit auf die aktuelle Situation hinweisen.

Im Netz sind die Reaktionen sehr kontrovers.

Michael T. schreibt: "Ach süß. Und von da aus gleich ins "Käfers" auf ein Gläschen." Etwas härter urteilt Thomas R. bei Facebook: "Haben die einen an der Klatsche und nicht's besseres zu tun ??" Sven L. hat ebenfalls Bedenken: "Ganz ehrlich? Ich finde das im Zusammenhang mit den Hunderten Verstorbenen auf hoher See moralisch höchst fragwürdig und pietätlos!"

Fotos: youtube.com


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