Schock-Statistik! Täglich versucht ein Mann in Deutschland, seine Partnerin zu töten

Berlin - Die Zahlen sind alarmierend und schrecklich zugleich: Durchschnittlich jeden Tag versucht ein Mann in Deutschland, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. Erst am Sonntag erstach ein 38-Jähriger in Jena seine Ex (†25) sowie das gemeinsame Baby (TAG24 berichtete).

Schlimme Fallzahlen des BKA zu häuslicher Gewalt hatte am Dienstag Familienministerin Franziska Giffey (40, SPD) zu verkünden. (Archiv)
Schlimme Fallzahlen des BKA zu häuslicher Gewalt hatte am Dienstag Familienministerin Franziska Giffey (40, SPD) zu verkünden. (Archiv)  © DPA

In 147 Fällen gelang das im vergangenen Jahr, wie aus Zahlen des Bundeskriminalamts hervorgeht, die Familienministerin Franziska Giffey (40, SPD) am Dienstag in Berlin vorgestellte.

Dazu kommen tausende Fälle von Vergewaltigungen, Körperverletzungen, Stalking und sexueller Nötigung. "Für viele Frauen ist das eigene Zuhause ein gefährlicher Ort", sagte die SPD-Politikerin.

Fast 140.000 Fälle von Gewalt in der Partnerschaft wurden 2017 angezeigt. Nur jedes fünfte Opfer aber suche überhaupt Hilfe, sagte Giffey.

Da die Dunkelziffer viel höher ist, seien tatsächlich Hunderttausende betroffen – zu mehr als 80 Prozent Frauen, aber auch mehrere Tausend Männer.

Die Auswertung des BKA zeigt zudem, dass rund zwei Drittel der Tatverdächtigen deutsche Staatsbürger sind. Ein Migrationshintergrund wird nicht erfasst. "Häusliche Gewalt geht durch alle Gruppen", betonte Giffey.

Im Jahr 2017 wurden bundesweit rund 140.000 Fälle von häuslicher Gewalt bei der Polizei angezeigt. (Symbolbild)
Im Jahr 2017 wurden bundesweit rund 140.000 Fälle von häuslicher Gewalt bei der Polizei angezeigt. (Symbolbild)  © dpa/Maurizio Gambarini (Symbolbild)

Generell sei die Gefahr höher, wenn Alkohol, Geldsorgen und psychische Probleme im Spiel seien. Doch auch in gut situierten Familien gebe es Fälle.

Giffey setzt sich für einen Ausbau der Hilfeangebote in Frauenhäusern ein. Derzeit könnten in den 350 Frauenhäusern und 600 Fachberatungsstellen pro Jahr 30.000 Frauen betreut werden.

"Das reicht nicht", weiß auch Giffey. Im Jahr 2020 sollen 35 Millionen Euro in ein Aktionsprogramm gegen Gewalt an Frauen fließen und Länder wie Kommunen beim Ausbau von Hilfsstrukturen unterstützen.

Rund um die Uhr steht zudem unter der Nummer 08000/116016 ein Hilfetelefon zur Verfügung, dass in 17 Sprachen anonym berät. Die Anrufe würden auf Telefon-Rechnungen nicht angezeigt, betonte Hilfetelefon-Leiterin Petra Söchting.

Titelfoto: dpa/Maurizio Gambarini (Symbolbild)

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