Frau verliert Koffer mit Geschenken, Tausende helfen bei der Suche

Die Frau verlor auf dem Weg nach Stralsund ihren roten Koffer (Symbobild).
Die Frau verlor auf dem Weg nach Stralsund ihren roten Koffer (Symbobild).  © 123RF

Berlin – Für eine Berlinerin wäre das Weihnachtsfest fast gelaufen gewesen. Den verlor Sara Buckow auf dem Weg nach Greifswald ihren Koffer, in dem sie die Weihnachtsgeschenke für ihre Familien verstaut hatte.

Im ICE nach Stralsund hatte sie den großen roten Koffer hinter ihrem Sitz stehen. Als sie ausstieg, war da immer noch ein roter Koffer – nur blöderweise nicht ihrer.

Sämtliche Weihnachtsgeschenke für Freunde und Familie schienen futsch. Doch dann kommt sie auf eine Idee: Twitter soll helfen. Sie schreibt: "SOS jemand hat meinen roten Koffer mit seinem eigenen roten vertauscht. Wo kann ich mich melden? Ansonsten fällt Weihnachten für meine Freunde und Familie aus ? alle Geschenke sind da drin ? ICE2428 von Berlin und Stralsund."

Sofort wird der Tweed hundertfach geteilt, überall wird man auf die verlorenen Geschenke aufmerksam. Auch der Tagesspiegel und Grünen-Politikerin Renate Künast teilen die Suche, auch im Radio wird davon berichtet.

In einem ICE wurden die Koffer vertauscht.
In einem ICE wurden die Koffer vertauscht.  © 123RF

Sara, die ausgerechnet als Social Media Expertin arbeitet und Unternehmen darin berät, wie sie bei Facebook, Twitter oder anderen sozialen Netzwerken eine möglichst große Reichweite bekommen, profitiert nun doppelt von ihrem Job.

Und zwölf Stunden später meldet sich tatsächlich jemand, der ihren Koffer hat. Die Ironie der Geschichte ist allerdings, dass die Finderin den Twitter-Hype um die Suche gar nicht mitbekommen hatte. Vielmehr waren es der gute alte Zettel und Stift, die den entscheidenden Hinweis gaben.

Eine ältere Dame hatte den Koffer versehentlich mitgenommen. Daran entdeckte sie einen kleinen Zettel, auf dem Telefonnummer und die Adresse von Saras Eltern standen. Diesen hatte Sara als Kind einmal an den Koffer gehängt. Die Telefonnummer stimmte zwar nicht mehr, aber dafür die Adresse und über die bekam die Finderin - die auch gerne ihren Koffer wiederhaben wollte - die neue Telefonnummer der Familie Buckow heraus.

Sie ruft dort an und die beiden Frauen verabreden sich zum Koffertausch. Sara ist erleichtert, ihrer Familien und Freunde nun doch noch beschenken zu können. Und gegenüber der Ostseezeitung stellte sie aber klar, dass das Fest auch ohne die Bescherung nicht ausgefallen wäre, denn Weihnachten sei viel mehr, als Geschenke.


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