Stehen Berlin Chaostage bevor?

Berlin - Wie komme ich zur Arbeit? Bleibt die Kita geschlossen? Was tun wenn's brennt? Während der Streiks am Mittwoch und Freitag werden wir uns solche Fragen wohl häufiger stellen.

Die GEW ist eine der Gewerkschaften, die zum Streik aufruft (Symbolfoto)
Die GEW ist eine der Gewerkschaften, die zum Streik aufruft (Symbolfoto)  © Felix Zahn/dpa

Erzieher in Kitas, Lehrer, Mitarbeiter von Bürgerämtern, Bibliotheksangestellte, Feuerwehrleute, Ordnungsamtsmitarbeiter, Gärtner und Beschäftigte in Polizeidienststellen sowie Senatsverwaltungen: viele von ihnen werden am Mittwoch nicht zu ihrem Arbeitsplatz in Berlin gehen - sondern auf die Straße.

Gewerkschaften haben zu einem gemeinsamen Streik inklusive Demo aufgerufen. Und fast jeder Berliner wird auf irgendeine Art und Weise die Auswirkungen davon spüren. Allerspätestens, wenn dann am Freitag auch die BVG dran ist, mit dem Arbeitskampf. Keine U-Bahnen, keine Trams, quasi keine Busse. Ohne S-Bahn würde die Stadt wohl gar nicht mehr vorankommen.

Verdi erwartet Tausende Teilnehmer an Streiks, wie auch an der Demo. Sogar die Gewerkschaft der Polizei und die Bildungsgewerkschaft GEW haben zu dem Warnstreik aufgerufen. Warnstreiks. Regierungschef Michael Müller (SPD) sagte am Dienstag der dpa, er hoffe, dass diese mit «Augenmaß» umgesetzt werden.

Wie wirken sich die Streiks aus?

So sieht die Warnung der BVG aus
So sieht die Warnung der BVG aus  © Stephanie Pilick/dpa

Die bestreikten Tätigkeiten haben es in sich und sind die Grundpfeiler unserer Gesellschaft:

  • In Bürgerämtern werden Kunden länger warten müssen.
  • Möglicherweise werden wegen schmalerer Personallage weniger Strafzettel für Falschparker ausgestellt.
  • Bibliotheken könnten geschlossen bleiben.
  • Grünflächen wie zum Beispiel Friedhöfe werden nicht gepflegt.
  • Es wird in vielen Einrichtungen und Behörden laut Gewerkschaftsangaben nur Notdienste geben.

Besonders hart werden die nächsten Tage voraussichtlich für berufstätige Eltern:

Denn ein Teil der Kitas wird am Mittwoch geschlossen bleiben. Ein Beispiel: Von 37 Einrichtungen der Kindertagesstätten Süd-West bleiben 18 gleich komplett zu, wie die pädagogische Geschäftsleiterin Martina Castello auf Anfrage sagte. In 14 Einrichtungen werde es eine Notbetreuung geben, weil auch von dort vereinzelt Erzieher beim Warnstreik mitmachen wollen. Und damit nicht genug: Es gibt Unterrichtsausfall an vielen Schulen - es wird geschätzt, dass mehr als 10 Tausend Unterrichtsstunden zusammenkommen werden!

Um was geht es bei den Streiks?

Viele Kitas in Berlin werden heute leer stehen (Symbolfoto)
Viele Kitas in Berlin werden heute leer stehen (Symbolfoto)  © Monika Skolimowska/dpa

Allen Streikenden geht es vor Allem um eines: Mehr Geld. Und die Chancen darauf stehen nicht allzu schlecht, sieht man sich die Menge der betroffenen Jobs an: Gewerkschaftsangaben zufolge sind das deutschlandweit insgesamt rund 2,3 Millionen Beschäftigte, denn Verdi fordert, die Ergebnisse auch auf die mehr als eine Million Beamte zu übertragen, die selbst nicht streiken dürfen und somit recht hilflos dastehen.

Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus erwarten sie strukturelle Verbesserungen in der Eingruppierung. Die Länder, deren Verhandlungsführer Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (61, SPD) ist, halten das für nicht bezahlbar.

Wie geht es jetzt weiter?

Die dritte Tarifrunde ist am 28. Februar und 1. März geplant. Aber ob es dann auch direkt eine Einigung gibt steht in den Sternen. In der Regel werden die Streiks immer länger, je zäher und langwieriger Verhandlungen sind.

Mehr zum Thema Berlin Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0