Berliner Terroranschlag: Noch immer Verletzte in Kliniken

Der Opferbeauftragte für Berlin, Roland Weber, sagte, die Behörden seien auf ein solches Ereignis strukturell nicht vorbereitet gewesen.
Der Opferbeauftragte für Berlin, Roland Weber, sagte, die Behörden seien auf ein solches Ereignis strukturell nicht vorbereitet gewesen.  © DPA

Berlin - Knapp sechs Monate ist es her, dass der islamistische Attentäter Anis Amri mit einem Sattelschlepper auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast ist. Zwölf Menschen starben. Etwa 70 Menschen wurden verletzt, von denen zwölf immer noch in Krankenhäusern, Tageskliniken oder Reha-Einrichtungen behandelt werden.

Zwischenzeitlich konnten viele Betroffene nach Hause, haben versucht ein normales Leben wieder aufzunehmen. Doch die Auswirkungen des Terroranschlags sind zu massiv gewesen, sodass viele erneut stationär behandelt werden müssen, teilte der Opferbeauftragte Kurt Beck auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Zahl ändere sich stetig. Die Bundesregierung hatte Beck als zentralen Ansprechpartner für Opfer und Hinterbliebene benannt.

Indes wusste der Berliner Senat nicht, ob noch Verletzte in Krankenhäusern liegen. Es gebe keine Rechtsgrundlage, um das zu erfragen, hieß es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in der Gesundheitsverwaltung. Zudem müssten der Persönlichkeits- und der Datenschutz beachtet werden. Auch die Senatskanzlei und die Innenverwaltung hatten keine Informationen.

Ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung betonte jedoch, Berlin sei die einzige deutsche Stadt, in der es überraschende Notfallübungen mit Krankenhäusern gebe. Die Verwaltung sei dafür zuständig, dass Krankenhäuser für einen Terrorfall gewappnet seien.

Nach Angaben von Beck wurden bislang zwischen 800 000 Euro und einer Million Euro Direkthilfen aus unterschiedlichen Fonds an Betroffene gezahlt.

Eine Gedenkstelle für die Opfer an der Gedächtniskirche: ein Ort der Anteilnahme.
Eine Gedenkstelle für die Opfer an der Gedächtniskirche: ein Ort der Anteilnahme.  © DPA

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