Kündigt Trump das Atom-Abkommen mit Russland? Außenminister Maas besorgt

Berlin - Bundesaußenminister Heiko Maas (52, SPD) hat mit Unverständnis auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump (72) reagiert, aus einem wichtigen Abrüstungsvertrag mit Russland aussteigen zu wollen.

Reichen sich hoffentlich bald wieder die Hand: US-Präsident Donald Trump (72) und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin (66).
Reichen sich hoffentlich bald wieder die Hand: US-Präsident Donald Trump (72) und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin (66).  © Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa

Trumps Pläne seien "bedauerlich", erklärte der SPD-Politiker am Sonntag. "Wir werben auch gegenüber den USA dafür, mögliche Konsequenzen zu bedenken", mahnte Maas.

Der INF-Vertrag sei seit 30 Jahren "eine wichtige Säule unserer europäischen Sicherheitsarchitektur".

Ein US-Ausstieg aus dem Abkommen stelle Deutschland und Europa vor "schwierige Fragen", da dem Vertrag eine "herausragende Bedeutung" beikomme.

Der INF-Vertrag ist eine Vereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten und der Ex-Sowjetunion aus dem Jahr 1987.

Er verbietet beiden den Bau und den Besitz landgestützter, atomar bewaffneter Kurz- und Mittelstreckenwaffen mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern.

Bundesaußenminister Heiko Maas (52, SPD) empfindet Trumps Ankündigung als "bedauerlich".
Bundesaußenminister Heiko Maas (52, SPD) empfindet Trumps Ankündigung als "bedauerlich".  © DPA (Bildmontage)

Das jüngste und weitreichendste Abrüstungsabkommen zwischen beiden Ländern - der New-START-Vertrag - läuft 2021 aus.

Maas sagte in diesem Zusammenhang, ein Platzen des INF-Vertrags hätte auch "negative Folgen" für die Verhandlungen über einen neuen START-Vertrag, der dringend benötigt werde.

Die Vize-Sprecherin der Bundesregierung, Ulrike Demmer (45), erklärte vor dem Hintergrund des angekündigten US-Ausstiegs, die westlichen Alliierten hätten Russland bereits vor längerem aufgefordert, "die schwerwiegenden Zweifel an seiner Vertragstreue auszuräumen, die durch einen neuen russischen Raketentyp aufgekommen" seien.

Trump hatte Moskau vorgeworfen, gegen das Abkommen verstoßen zu haben. Die Folgen der US-Entscheidung müssten nun im Kreis aller Nato-Partner beraten werden, sagte Demmer.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)

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