Berliner Türken reagieren gelassen auf Verfassungsreferendum

43,4 Prozent der in Berlin registrierten wahlberechtigten Türken nahmen an der Abstimmung teil.
43,4 Prozent der in Berlin registrierten wahlberechtigten Türken nahmen an der Abstimmung teil.

Berlin - Mit 51,3 Prozent konnte Staatschef Recep Tayyip Erdogan die angestrebte Verfassungsänderung für sich entscheiden, wie es am frühen Sonntagabend bekannt gegeben wurde. Berlins Türken nahmen das Ergebnis - je nach Lager - gelassen oder mit bedauern auf.

Den einen freut's, den anderen nicht. Auch in der Hauptstadt war die Meinung über das Referendum und dem Sieg Erdogans gespalten. Einige gingen mit gesenkten Kopf nach Hause, andere feierten mit Autokorsos und rot-weißen Flaggen auf den Straßen Berlins.

Von den in Deutschland lebenden Türken hatten laut der Wahlkommission aus Ankara 63,1 Prozent mit "Ja" gestimmt. Zu der Stimmverteilung der Türken aus Berlin und Umgebung lagen bis zum Montagmittag keine Zahlen vor. Die Verfassungsänderung gibt dem Präsidenten deutlich mehr Macht.

Insgesamt fielen die Reaktionen auf den Ausgang der Abstimmung nach Angaben der Polizei ruhig und friedlich aus. "Wir merken davon nichts", sagte ein Polizeisprecher. In einigen türkischen Cafés, Restaurants und Kneipen versammelten sich von Sonntagnachmittag an entweder Anhänger oder Gegner von Erdogan, um vor Fernsehern die verschiedenen türkischen Nachrichtensendungen zu verfolgen.

Die im Ausland lebenden Türken und Deutschtürken mit doppelter Staatsangehörigkeit konnten bis zum vergangenen Sonntag ihre Stimme abgeben. Die Stimmzettel wurden zur Auszählung in die Türkei gebracht.


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