Berlin nimmt minderjährige Flüchtlinge auf

Berlin - Berlin will 70 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge von den griechischen Inseln aufnehmen.

Migranten warten darauf in einem Zwischenlager neben dem Lager Moria auf der Insel Lesbos Brot zu kaufen.
Migranten warten darauf in einem Zwischenlager neben dem Lager Moria auf der Insel Lesbos Brot zu kaufen.  © Angelos Tzortzinis/dpa

Das kündigten der Regierende Bürgermeister Michael Müller und Familiensenatorin Sandra Scheeres (beide SPD) am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse- Agentur an.

"Die Situation in den Flüchtlingslagern ist dramatisch», sagte Scheeres.

"Kinder und Jugendliche ohne Begleitung sind besonders schutzlos und Gefahren ausgesetzt."

Da dringendes Handeln nötig sei, wolle Berlin helfen, um einige der Betroffenen in Sicherheit zu bringen.

Müller erinnerte daran, dass Berlin Mitglied im Städteverbund "Sichere Häfen" sei, um Bootsflüchtlingen, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, Schutz zu bieten.

"Dazu stehen wir und sind bereit, zu helfen. Das gilt insbesondere für jene, die ohne ihre Eltern auf der Flucht und daher ganz besonders schutzbedürftig sind."

In jüngster Zeit hatten Hilfsorganisationen die unmenschlichen Zustände in griechischen Flüchtlingslagern kritisiert und rasche Hilfe der anderen EU-Staaten gefordert. Dort sind Zehntausende Flüchtlinge unter teils schlechten humanitären Bedingungen untergebracht.

Darunter sind schätzungsweise 4100 Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern in Europa ankamen. Die Ausländerbeauftragten von acht Bundesländern hatten Anfang der Woche die Aufnahme solcher jungen Flüchtlinge gefordert. Dazu haben Scheeres zufolge neben Berlin auch andere Bundesländer wie Thüringen oder Niedersachsen Bereitschaft signalisiert.

Berlin fordert dabei ein bundesstaatlich abgestimmtes Verfahren. Hier sei der Bund gefordert.

Ein Blick auf das Zwischenlager neben dem Lager Moria auf der Insel Lesbos.
Ein Blick auf das Zwischenlager neben dem Lager Moria auf der Insel Lesbos.  © Angelos Tzortzinis/dpa

Titelfoto: Angelos Tzortzinis/dpa

Mehr zum Thema Flüchtlinge:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0