Unschlagbares Duo: Schiller und Goethe im Monbijou-Theater

Berlin - Liebe auf den ersten Blick? Nicht bei Schiller und Goethe! Aber die Freundschaft, die die beiden größten deutschen Dichter später miteinander verband, war auch ein schöpferisches Bündnis, das es so kein zweites Mal in der Literatur gegeben hat. Und in diesem Sommer stehen beide auf der Bühne des Berliner Monbijou-Theaters.

Die diesjährige Sommersaison beginnt das Monbijou-Theater mit "Die Räuber" von Schiller.
Die diesjährige Sommersaison beginnt das Monbijou-Theater mit "Die Räuber" von Schiller.  © Bernd Schönberger/ Monbijou-Theater

Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe als sommerlich-leichte Theater-Kost serviert. Kann das klappen? Es kann! Das hat das Ensemble des Monbijou-Theaters schon vor zwei Jahren gezeigt, als es Goethes "Die Mitschuldigen" unter neuer Regie auf die Bühne des Amphitheaters brachte.

Ausverkaufte Vorstellungen und ein vor Glück ob des schönen Spiels berauschtes Publikum knackten auch den größten Skeptiker.

In diesem Jahr also Schiller und Goethe. Ab 13. Juni (Premiere) sind "Die Räuber" (1781) zu sehen. Und die Vorzeichen stehen gut: Schillers erstes veröffentlichtes Drama sorgte nach seiner Uraufführung am 13. Januar 1782 in Mannheim für nationales Aufsehen und machte den 21-jährigen Dichter schlagartig berühmt.

Im Stück geht es um zwei rivalisierende Brüder. Der eine vom Vater geliebt, intelligent und freiheitsliebend. Er wird zum Räuber Karl Moor. Der andere - Franz - leidet unter dem Liebesentzug des Vaters. Er ist kalt, berechnend und will ans Erbe des Vaters...

Entsprechend eilte Schiller sein Ruf voraus, als er 1788 den Großmeister der Literatur - Goethe himself - persönlich kennen lernte. Doch der fand den jungen Schnösel viel zu leidenschaftlich. "Schiller war mir verhasst", soll Goethe einmal gesagt haben.

Seit 1998 spielt das Ensemble im Monbijoupark gegenüber der Museumsinsel Theater. Inzwischen gehören neben dem Amphitheater und der Märchenhütte auch die Strandbar und eine Tanzfläche direkt am Wasser dazu.
Seit 1998 spielt das Ensemble im Monbijoupark gegenüber der Museumsinsel Theater. Inzwischen gehören neben dem Amphitheater und der Märchenhütte auch die Strandbar und eine Tanzfläche direkt am Wasser dazu.  © Bernd Schönberger/ Monbijou-Theater

Beide verloren sich danach aus den Augen und aus dem Sinn - und sahen sich erst 1794 wieder. Ein Gespräch über die Urpflanze soll beide schließlich einander näher gebracht haben und es begann eine tiefe Dichterfreundschaft. Sie dauerte zehn Jahre - bis Schiller starb.

Das zweite Sommer-Stück des Monbijou-Theaters - "Die Mitschuldigen" - wird ab 27. Juni (Premiere) aufgeführt. Gespielt wird die alte Fassung von 1768/69, die der 20-jährige Goethe leicht und mit lockerer Hand in die Welt setzte.

In dem stürmischen Lustspiel geht es um das Liebespaar Sophie und Alcest. Als der an die Front muss, heiratet Sophie den Söller. Der Wirtshausfreund ihres Vaters entpuppt sich als Nichtsnutz vor dem Herrn. Eines Tages steht Alcest plötzlich wieder in der Tür. Doch ein nächtliches Rendezvous sorgt für Verwirrungen...

Monbijou-Theater (Monbijoustraße 3b), Spielzeit Sommer 2018: 13. Juni bis 2. September. Tickets (5 bis 25 Euro) gibt es unter Telefon 030/2 888 66 999 und an den Theaterkassen (immer Dienstag bis Freitag von 12 bis 17.30 Uhr besetzt).

Weitere Informationen und das gesamte Programm unter www.monbijou-theater.de.

Titelfoto: Bernd Schönberger/ Monbijou-Theater


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