CDU wirbt mit Muschi für mehr Video-Überwachung

Auf frischer Tat ertappt, dank Videoüberwachung.
Auf frischer Tat ertappt, dank Videoüberwachung.

Berlin - Ein Hit oder völlig daneben? Auf ungewöhnliche Weise wirbt die Berliner CDU mit einem Katzenvideo für mehr Kameras in der Stadt.

Eine kleine graue Katze glaubt, sie sei unbeobachtet. Vorsichtig versucht sie an ein rotes Kleidungsstück in der Schublade zu gelangen, doch als sie erwischt wird, zieht sie sich zurück und eine Einblendung offenbart: "Videoüberwachung wirkt. CDU"!

Was zunächst süß erscheint, soll den eigentlich Grund nicht verniedlichen, schließlich stützt die Berliner CDU mit diesem Werbespot das jüngste Volksbegehren der Hauptstadt. An 50 kriminalitätsbelasteten Orten soll mehr Videoüberwachung Straftaten verhindern und zur Aufklärung solcher erheblich beitragen.

Für dieses Unterfangen beschloss die CDU jüngst im Bundestagswahlkampf Unterschriften zu sammeln.

Die Unterschriftensammlung für das Volksbegehren soll voraussichtlich nächste Woche beginnen. (Symbolbild)
Die Unterschriftensammlung für das Volksbegehren soll voraussichtlich nächste Woche beginnen. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Neuköllns Ex-Bürgermeister Heinz Buschkowsky (69) und der ehemalige CDU-Justizsenator Thomas Heilmann (53) sind die Initiatoren, die einen Gesetzentwurf für permanente Videoüberwachung an gefährlichen Orten, wie Kottbusser Tor oder Alexanderplatz, vorgelegt haben.

Denkbar ist auch ein Einsatz an etwa größeren Fahrradstellplätzen. Erst nach einem Monat sollen die Daten gelöscht werden, sofern die Polizei bis dahin keine Auswertung will. Zusätzlich soll der Einsatz wissenschaftlich begleitet werden, damit die Videoüberwachung auf Wirksamkeit hin untersucht werden kann. Am Freitag lobte die CDU-Landesvorsitzende Monika Grütters (55) das Volksbegehren von Heilmann und Buschkowsky und unterstützt die Initiative, weil "wir wie 80 Prozent der Berliner Bevölkerung für mehr Sicherheit auf öffentlichen Plätzen sind."

Die rot-rot-grüne Koalition hat sich indes auf darauf geeinigt, Orte mit nachgewiesener Kriminalitätsbelastung nur auf Zeit mit Kameras zu überwachen. Langfristig plant aber Innensenator Andreas Geisel (51, SPD) - zum Ärger der Regierungspartner - einen stückweisen Ausbau, wie TAG24 berichtete.


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