Mann überwindet Stacheldraht-Zaun und bricht aus dem Knast aus: Jetzt wurde er gefasst!

Berlin - Wenige Tage nach seiner Flucht aus dem offenen Vollzug ist ein Gefangener der Justizvollzugsanstalt (JVA) Plötzensee gefasst worden.

Im Dezember 2017 wurden vier Häftlinge der JVA Plötzensee bei ihrem Ausbruch gefilmt. Vor wenigen Tagen gelang erneut einem Mann die Flucht über den Stacheldraht-Zaun. (Archivbild).
Im Dezember 2017 wurden vier Häftlinge der JVA Plötzensee bei ihrem Ausbruch gefilmt. Vor wenigen Tagen gelang erneut einem Mann die Flucht über den Stacheldraht-Zaun. (Archivbild).

Polizisten hätten den Gesuchten am Dienstagabend festgenommen und in die JVA zurückgebracht, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Justiz am Mittwoch auf Anfrage.

Die Flucht hat demnach zur Folge, dass der Mann künftig im geschlossenen Vollzug unterbracht wird. Dort sind die Sicherheitsvorkehrungen höher, Insassen dürfen die Anstalt tagsüber nicht zum Arbeiten verlassen.

Der Gefangene hatte am Freitagabend einen mit Stacheldraht gesicherten Zaun überwunden. Die Polizei fahndete nach ihm. Die Justizsenatsverwaltung stufte den Entkommenen aber als ungefährlich ein. Dieser war ins Gefängnis gekommen, weil er eine Geldstrafe wegen Diebstahls und Betruges nicht zahlen konnte oder wollte, er verbüßt also eine sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe.

Ungefähr zeitgleich am Freitagabend hatte es einen Fluchtversuch eines weiteren Gefangenen gegeben, der aber noch auf dem JVA-Gelände gefasst wurde.

Wie unsicher ist die JVA Plötzensee?

Ist die JVA Plötzensee zu unsicher? Etliche Insassen entkamen allein in den letzten zwei Jahren.
Ist die JVA Plötzensee zu unsicher? Etliche Insassen entkamen allein in den letzten zwei Jahren.  © DPA

Bereits in den letzten Jahren gelang zahlreichen Häftlingen die Flucht aus der JVA Plötzensee. Ein Untersuchungsbericht legte damals beträchtliche Sicherheitsmängel offen.

Vorschlaghämmer hätten in der unübersichtlichen Kfz-Werkstatt der Haftanstalt in einem ungesicherten Regal gelegen, hieß es in dem Bericht einer Expertenkommission. Auch Kuhfüße - eine Art Brecheisen - seien offen zugänglich gewesen.

Vier Häftlinge war es kurz nach Weihnachten 2017 gelungen, sich mit Vorschlaghammer, zwei Flexgeräten und einer Hydraulikpresse aus der Kfz-Werkstatt aus einem Heizungsraum den Weg in die Freiheit zu bahnen. In dem Bericht hieß es, die Tür zum Heizungsraum müsse häufiger unverschlossen gewesen sein. Mitgefangene hätten angegeben, er sei ein "perfekter Ort zum Kiffen" gewesen.

Ein weiterer Gefangener konnte nur wenige Wochen später in einem Lieferwagen aus dem Gefängnis entkommen. Fälle wie dieser sollten sich nicht wiederholen.

"Der erste Herzschlagdetektor ist im Einsatz", sagte Justizsenator Dirk Behrendt (47, Grüne) vorletzte Woche der Deutschen Presse-Agentur. In jedem Fahrzeug, das die Haftanstalt verlässt, erfasst das 150.000 Euro teure Gerät in Sekundenschnelle menschliche Geräusche. Damit soll erkannt werden, wenn sich ein Gefangener herausschmuggelt. Das Kontrollsystem gibt es bundesweit nur in einigen Haftanstalten.

Bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen nach dem jüngsten Ausbruch ergriffen werden.

Titelfoto: DPA

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