Grünen-Chef tritt auf Euphoriebremse: "Arbeiten und nicht abheben!"

Berlin - Sie treiben derzeit auf einer Welle der (Wähler-)Sympathie. Grund genug für Grünen-Chef Robert Habeck (49) auf die Euphorie-Bremse zu treten und seine Partei angesichts guter Wahlergebnisse und Umfragewerte vor Überheblichkeit zu warnen.

Nein, Partei-Chef Robert Habeck (49) hat bei den Grünen noch keinen Heiligenschein - vielleicht nach der nächsten Bundestagswahl.
Nein, Partei-Chef Robert Habeck (49) hat bei den Grünen noch keinen Heiligenschein - vielleicht nach der nächsten Bundestagswahl.  © dpa/Hendrik Schmidt

"Lasst uns arbeiten und nicht abheben", sagte er am Samstag bei einem Landesparteitag der Berliner Grünen.

2018 sei für seine Partei mit den Wahlerfolgen in Hessen und Bayern sowie steigenden Umfrageergebnissen auf Bundes- und Länderebene ein gutes Jahr.

"Das ist aber kein Grund, sich auf die Schultern zu klopfen und wie ein Orang-Utan durch die Manege zu laufen", mahnte Habeck.

Es handele sich vielmehr um einen Vertrauensvorschuss vieler Menschen, dem die Grünen auch gerecht werden müssten und der mit viel Verantwortung verbunden sei.

Die Grünen müssten für eine soziale Wohnungspolitik, für den Klimaschutz, für die Überwindung von Hartz IV und für ein geeintes Europa streiten.

Die Landesvorsitzende der brandenburgischen Grünen, Petra Budke (60), bei der Landesdelegiertenkonferenz in Wildau.
Die Landesvorsitzende der brandenburgischen Grünen, Petra Budke (60), bei der Landesdelegiertenkonferenz in Wildau.  © DPA

Auf Bundesebene lagen die Grünen in Umfragen zuletzt bei 20 bis 23 Prozent (TAG24 berichtete). In Berlin, wo die Öko-Partei mit SPD und Linken regiert, ist sie aktuell in den Erhebungen mit bis zu 24 Prozent stärkste Partei.

Auch die Brandenburger Grünen-Landesvorsitzende Petra Budke (60) ermahnte ihre Partei, nicht die Bodenhaftung zu verlieren: "Wir bleiben auf dem Teppich, auch wenn der Teppich fliegt", rief sie am Samstag bei einem Landesparteitag in Wildau (Dahme-Spreewald) den Mitgliedern zu.

Nach den Umfragen könnte nach der Landtagswahl im Herbst kommenden Jahres eine Zwei-Parteien-Regierung in Brandenburg nicht mehr möglich sein.

"Wir sind bereit, für das Land Verantwortung zu übernehmen", so Budke entschlossen.

Titelfoto: dpa/Hendrik Schmidt

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