Während andere unter glutheißer Sonne schuften: Regierungsbeamte bekommen hitzefrei

Berlin - Arbeiter, die bei brütender Gluthitze auf Baustellen oder Dächern schuften. Imbissbuden-Besitzer, die zwischen Grill und Friteuse schwitzen. Busfahrer, Paketboten, die Männer und Frauen von der Müllabfuhr... Die Liste der Menschen, die auch bei über 30 Grad arbeiten müssen, lässt sich noch weiter fortsetzen.

Im Berliner Regierungsviertel dürften bei der aktuellen Hitze nicht ganz so viele Beamte anzutreffen sein.
Im Berliner Regierungsviertel dürften bei der aktuellen Hitze nicht ganz so viele Beamte anzutreffen sein.  © Paul Zinken/dpa

Was viele dieser Berufe gemeinsam haben: In einem Büro wird hier eher nicht gearbeitet. In einem klimatisierten schon gar nicht. Hitzefrei? Fehlanzeige!

Dass die Bundesregierung jetzt ihren Anzug tragenden Beamten hitzefrei gibt, damit die Ministerien schweißlos den Sommer überstehen, dürfte da den einen oder anderen erstaunen...

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hat das Auswärtige Amt in Berlin "nach 148 Jahren seinen Diplomaten erstmals 'Hitzefrei' gewährt". Ein Sprecher habe der Zeitung bestätigt, dass "angesichts der hohen Temperaturen die Regeln für die Anwesenheitszeiten im Auswärtigen Amt dieser Tage großzügig ausgelegt" werden.

Die Beamten dürfen nun also während der Kernarbeitszeit, die von 9 bis 15 Uhr dauert, nach Hause gehen. Allerdings sollen sie dann dort ihre Arbeit erledigen.

Ähnliches gelte auch im Gesundheitsministerium und Verkehrsministerium: Beamte, "die nichts mehr zu tun haben, dürfen früher gehen"! Derweil bestehe im Umweltministerium zwar Anwesenheitspflicht. Allerdings wurde die Kernarbeitszeit um ganze zwei Stunden gekürzt: Bei Hitze nach eins, macht jeder seins... 13 Uhr dürfen die Beamten den Stift fallen lassen und gehen.

Wer als Beamter im Justizministerium seine Brötchen verdient, dürfe derzeit 45 Minuten früher kommen - und sogar 60 Minuten früher gehen. Versäumte Stunden sollen allerdings nachgearbeitet werden.

Wer im Arbeitsministerium tätig ist, gehört quasi zu den "Verlierern": Die Mitarbeiter haben "nur" "Hinweise zum gesundheitsverträglichen Arbeiten bei heißem Wetter" bekommen. Wer möchte, bekommt einen Büro-Ventilator.

Im Bildungsministerium freuen sich die Beamten über ihre klimatisierten Räume. Wärmer als 24 Grad wird es in den Büros nicht.

Und das Bundeskanzleramt? Hier werde früh morgens ausgiebig gelüftet. Für ausreichend Flüssigkeit sorgen Trinkwasserspender.

Titelfoto: 123rf.com/profile_slasny, Paul Zinken/dpa


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