Wegen ICE-Inferno: Deutsche Bahn noch unpünktlicher!

Berlin - Für Fahrgäste der Deutschen Bahn war das Reisen im Oktober wieder häufiger mit nervigem Warten verbunden. Nur 71,8 Prozent der Intercity, Eurocity und ICE kamen pünktlich.

Der in Flammen stehende ICE auf der Strecke Köln-Frankfurt am 12. Oktober 2018.
Der in Flammen stehende ICE auf der Strecke Köln-Frankfurt am 12. Oktober 2018.  © DPA/Ute Lange

Pünktlich heißt im Bahn-Jargon, dass ein Zug weniger als sechs Minuten nach der planmäßigen Zeit im Bahnhof ankommt.

Das ist der zweitschwächste Monatswert in diesem Jahr, nachdem sich die Quote im September mit 72,7 Prozent etwas verbessert hatte.

Das Unternehmen machte dafür vor allem den Brand eines ICE am 12. Oktober bei Siegburg verantwortlich, der eine tagelange Sperrung der Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt zur Folge hatte (TAG24 berichtete).

Über Passagiere mussten evakuiert werden, fünf Personen wurden durch das Feuer verletzt.

Nach dem Regelfahrplan fahren die Züge auf beiden Gleisen dort erst ab 18. November wieder.

510 Passagiere mussten aus dem ICE evakuiert werden.
510 Passagiere mussten aus dem ICE evakuiert werden.  © DPA

Auch der Nahverkehr litt unter der Streckensperrung, weil Fernzüge über dessen Strecken umgeleitet wurden.

92,6 Prozent der Regionalzüge waren pünktlich. Dies ist der schlechteste Monatswert in diesem Jahr.

Bahn-Chef Richard Lutz (54) wollte in diesem Jahr eigentlich erreichen, dass 82 Prozent der Fernzüge pünktlich fahren. Dieses Ziel hat er schon im Sommer aufgegeben und stattdessen eine Quote von unter 80 Prozent in Aussicht gestellt.

Im zweiten Halbjahr sei eine Trendwende zu erwarten – sie ist bislang aber nicht eingetreten.

Im September hatten neben Sturm, Vandalismus und Kabelbränden auch Störungen an den Zügen zu Verspätungen geführt. Im Juli war es die extreme Hitze, die der Bahn zu schaffen machte.

Auch im August lag es an den hohen Temperaturen und der Trockenheit, die zu Bränden an Gleisen führten. Konzern-Chef Lutz richtete dennoch einen dringenden Appell an seine Führungskräfte, mehr gegen Verspätungen zu tun.

Titelfoto: DPA

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