Weihnachtsmarkt-Anschlag: Regierung weiß nicht, wo Amri-Freund Bilal Ben Ammar ist

Berlin - Bundesinnenminister Horst Seehofer (69, CSU) weiß nicht, wo sich der am 1. Februar 2017 nach Tunesien abgeschobene Islamist Bilal Ben Ammar im Moment aufhält.

Die Bildkombo zeigt die am 21.12.2016 vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Fahndungsfotos von Anis Amri.
Die Bildkombo zeigt die am 21.12.2016 vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Fahndungsfotos von Anis Amri.  © -/Bundeskriminalamt/dpa

"Mir ist momentan der Aufenthalt nicht bekannt", sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in Berlin.

Ben Ammar war ein Freund des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri. Am Abend vor Amris Anschlag aßen beide gemeinsam in einem Lokal. Die Bundesregierung werde versuchen herauszufinden, wo sich Ben Ammar derzeit aufhält, fügte Seehofer hinzu.

Innenstaatssekretär Hans-Georg Engelke sagte, er gehe davon aus, dass Ben Ammar in Tunesien sei und dem Untersuchungsausschuss als Zeuge zur Verfügung stehen werde.

Der Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Anschlag auf dem Breitscheidplatz will ihn als Zeugen vernehmen. Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen gekapert, mit dem er auf den Weihnachtsmarkt auf den Breitscheidplatz raste. Er tötete zwölf Menschen, mehr als 70 Menschen wurden verletzt (TAG24 berichtete).

Auf die Frage, ob die Abschiebung womöglich vorschnell war, sagte Seehofer, dies könne in letzter Konsequenz nur der Untersuchungsausschuss klären. Er könne die damalige Entscheidung aber nachvollziehen, da Ben Ammar zunächst keine Tatbeteiligung habe nachgewiesen werden können, gleichzeitig habe er aber als gefährliche Person gegolten.

Horst Seehofer (69, CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, spricht auf einer Pressekonferenz in seinem Ministerium zu den Medienvertretern. Thema waren die jüngsten Berichte über den Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz und die Überprü
Horst Seehofer (69, CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, spricht auf einer Pressekonferenz in seinem Ministerium zu den Medienvertretern. Thema waren die jüngsten Berichte über den Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz und die Überprü  © Kay Nietfeld/dpa

Titelfoto: -/Bundeskriminalamt/dpa

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