Hohe Terrorgefahr: Weihnachten hinter Betonpollern

Polizeibeamte gehen über den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz Streife.
Polizeibeamte gehen über den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz Streife.  © DPA

Berlin - Knapp ein Jahr nach dem islamistischen Terroranschlag in Berlin hat der damals betroffene Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche am Montag wieder begonnen. In diesem Jahr findet der Markt unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt.

Rund um den Platz wurden Betonbarrieren aufgestellt. Gleichzeitig wurde eine neue Panne der Polizei bei der Überwachung des späteren Attentäters Anis Amri in den Monaten vor dem Anschlag bekannt. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) appellierte an die Menschen, sich durch die Terrorbedrohung nicht einschüchtern zu lassen.

Die Polizei hatte bereits vor der Eröffnung der Weihnachtsmärkte verstärkte Präsenz und weitere, teils nicht sichtbare Maßnahmen angekündigt. Ein Sprecher des Schaustellerverbands und der Budenbetreiber sagte, alle hofften auf eine friedliche Weihnachtszeit. Die Marktleute feierten am Montagmorgen einen Gottesdienst in der Gedächtniskirche.

Am Abend (19.00 Uhr) war ein Gedenken an die Opfer des Anschlags mit einem Rundgang von Müller und Innensenator Andreas Geisel (SPD) sowie eine "Eröffnung im Kerzenschein" geplant.

Betonpoller sollen den Weihnachtsmarkt vor Anschlägen mit Fahrzeugen schützen.
Betonpoller sollen den Weihnachtsmarkt vor Anschlägen mit Fahrzeugen schützen.  © DPA

Am 19. Dezember 2016 war der islamistische Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Markt gefahren. Er tötete 12 Menschen und verletzte mehr als 70. Zum Jahrestag soll ein Denkmal eröffnet werden, der Markt bleibt geschlossen.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) rief dazu auf, nicht furchtsam zu sein. "Die Weihnachtsmärkte gehören zu unserem Leben und unserer Kultur", sagte er in der "Bild"-Sendung "Die richtigen Fragen". Die Bundesbürger sollten "achtsam, aber nicht furchtsam" sein. Sicherheitsvorkehrungen seien nötig. "Die Terrorgefahr ist einfach sehr hoch. Jederzeit. Überall."

Der Berliner Regierungschef Müller sagte, sicherlich habe der Anschlag Spuren hinterlassen. "Aber wir wollen uns unser freies Leben nicht kaputtmachen lassen."

"Was getan werden konnte, wurde getan", sagte Müller mit Blick auf die Sicherheit. Aber: "Wir wissen alle: Es kann keine absolute Sicherheit geben." Aus Sicht Müllers ist es richtig, dass sich die Marktbetreiber an den höheren Kosten beteiligen.

"Sicherlich ist es auch eine Aufgabe des Staates, für Sicherheit zu sorgen", sagte er. "Auf der anderen Seite müssen auch die Betreiber von Großveranstaltungen sich damit auseinandersetzen, dass sie für ihre Besucher eben auch für Sicherheit sorgen müssen."

Titelfoto: DPA


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