Bei Raubüberfall auf Späti: Sohn (†21) von Ladenbesitzerin erstochen!

Berlin - Wegen der Beteiligung an einem Raubüberfall in Berlin-Wilmersdorf im November 2017, bei dem der 21-jährige Sohn einer Spätkauf-Inhaberin getötet worden war, stehen drei Angeklagte ab Montag (9 Uhr) vor dem Berliner Landgericht.

Zwei Polizeiwagen stehen an der Bundesallee vor einem Geschäft, wo am 5. November 2017 der Raubüberfall stattfand.
Zwei Polizeiwagen stehen an der Bundesallee vor einem Geschäft, wo am 5. November 2017 der Raubüberfall stattfand.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, die schreckliche Bluttat am 5. November 2017 gegen 22.45 Uhr in der Bundesallee verübt zu haben (TAG24 berichtete).

Einem 23-Jährigen wird vorgeworfen, Mitinitiator des Verbrechens gewesen zu sein. Mitangeklagt sind zwei junge Frauen, die das Umfeld abgesichert haben sollen. Die Tat hätten jedoch zwei flüchtige Haupttäter ausgeführt.

Als das Opfer seiner bedrohten Mutter helfen wollte, sei der 21-Jährige durch einen Messerstich schwer verletzt worden. Trotz aller Reanimationsversuche der Rettungskräfte starb der junge Mann noch am Tatort.

Der Prozess um räuberische Erpressung mit Todesfolge war im ersten Anlauf wegen der Erkrankung einer Angeklagten gescheitert.

Tragisch: Die Tat hätte wohl verhindert werden können, wenn der polizeibekannte und wegen eines brutalen Raubüberfalls bereits zu vier Jahren Haft verurteilte Haupttäter nach seiner Haftentlassung Ende März 2017 abgeschoben worden wäre (TAG24 berichtete).

Der Asylantrag des 20-Jährigen war bereits Jahre zuvor abgelehnt worden und auch seine Duldung erloschen, wie die B.Z. berichtete. Der Killer ist vermutlich in der Türkei untergetaucht.

Update, 13.55 Uhr:

Zwei mutmaßliche Helferinnen haben vor dem Landgericht ausgesagt. Sie habe am Fluchtwagen gewartet und die Kofferraumtür aufgehalten, erklärte eine 19-Jährige am Montag zu Prozessbeginn. Sie habe nicht gewusst, dass einer der Komplizen bewaffnet gewesen sei.

Die 19-Jährige sagte, sie und die Mitangeklagten seien in einem Auto unterwegs gewesen. Der 23-Jährige sei dann nach einem Einkauf in einem Spätkauf spontan auf die Idee für den Überfall gekommen. "Er sagte, da sei nur eine kleine und zierlich Frau im Laden. Es war von Geld wegnehmen die Rede, nicht von Gewalt." Der 23-Jährige habe zwei Bekannte angerufen, die die Tat ausgeführt hätten.

Der 21-jährige Sohn der Späti-Inhaberin wurde mit einem Messer erstochen. (Symbolbild)
Der 21-jährige Sohn der Späti-Inhaberin wurde mit einem Messer erstochen. (Symbolbild)  © 123RF; dpa (Bildmontage)

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