Berlinale bekommt neue Leitung: Fatih Akin fordert Klasse statt Masse

Berlin - Der Regisseur Fatih Akin hat die Verdienste des scheidenden Berlinale-Direktors Dieter Kosslick gewürdigt - und zugleich dafür plädiert, das Festival kleiner zu gestalten.

Dieter Kosslick wird im Juni als Berlinale-Leiter abgelöst.
Dieter Kosslick wird im Juni als Berlinale-Leiter abgelöst.  © DPA

"Der deutsche Film war, als ich angefangen habe, international verpöntes Zeug", sagte Akin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Heute hat das einen gewissen Respekt. Die Leute gucken wieder drauf. Und das hat mit Dieter eine Menge zu tun, weil die Berlinale für viele von uns ein Sprungbrett war."

Auf Kosslick folgen im Juni Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek als Doppelspitze. Akin hatte Ende 2017 einen Brief mit unterzeichnet, in dem sich viele Filmschaffende für einen Neubeginn der Berlinale aussprachen.

Auf die Frage, was mit dem Leitungswechsel anders werden sollte, sagte Akin, es sei vielleicht die Zeit, in der man das Festival wieder zurückfahren müsse, um die Qualität der Filme herauszustellen. Das habe mit der heutigen Zeit zu tun, nicht mit Kosslick. "Irgendwann, wenn es wieder lange genug klein war, wird es dann wieder wachsen. Ebbe und Flut."

Zur neuen Leitung sagte Akin: "Die beiden müssen die Qualität der Filme in den Vordergrund stellen, nicht die Masse. Stars geben kleinen Filmen eine Aufmerksamkeit. Sie sind wie trojanische Pferde. Aber zu sagen: Weil keine amerikanischen Filme mit Stars da sind, ist das ganze Festival nichts wert – was heißt das? Dass die amerikanischen Filme die besseren Filme sind? Wenn das der Umkehrschluss ist, finde ich den fatal."

Reggisseur Fatih Akin hat genaue Vorstellungen, wie es mit der Berlinale weitergehen sollte.
Reggisseur Fatih Akin hat genaue Vorstellungen, wie es mit der Berlinale weitergehen sollte.  © DPA

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