Beamte kooperieren mit Araber-Clans? Staatsanwaltschaft ermittelt

Berlin - Nach einem Vorwurf gegen Berliner Polizisten, Informationen an Mitglieder arabischstämmiger Clans weiterzugeben, nimmt die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf.

Martin Steltner ist Sprecher der Berliner Ermittlungsbehörde.
Martin Steltner ist Sprecher der Berliner Ermittlungsbehörde.  © DPA

Aufgrund von Aussagen eines Ex-Polizisten im RBB sei von Amts wegen ein Verfahren eingeleitet worden, sagte der Sprecher der Berliner Ermittlungsbehörde, Martin Steltner, am Freitag.

"Es gibt noch keine Beschuldigten." Zuvor hatte die "Berliner Morgenpost" darüber berichtet.

In der RBB-"Abendshow" hatte der Sprecher des Vereins "Kritische Polizisten" gesagt, dass einzelne Kollegen in Berlin "Informationslinien" in das Milieu arabischstämmiger Clans hätten und pflegten.

Diese Polizisten kämen aber selbst auch nicht immer sofort an die für sie wichtigen Informationen, schränkte der Ex-Beamte Thomas Wüppesahl in der Sendung ein.

Auf dpa-Anfrage sagte er, seine Angaben beruhten auf persönlichen Wahrnehmungen von Kollegen. Die Berliner Polizei äußerte sich auf Anfrage zu den Vorwürfen zunächst nicht.

Auf Twitter schrieb die Behörde, das für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität zuständige Landeskriminalamt lade Wüppesahl ein, "zu diesen Behauptungen Stellung zu nehmen und seine Äußerungen zu konkretisieren".

In der Vergangenheit hatte die frühere Polizeiführung anonyme Vorwürfe zurückgewiesen, wonach kriminelle Clans die Berliner Polizeischule unterwandern würden.

Sechs Polizei-Beamte sollen mit den Araber-Clans kooperieren.
Sechs Polizei-Beamte sollen mit den Araber-Clans kooperieren.  © DPA

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