Untreue! Berliner Tafel schmeißt Mitarbeiter raus

Sabine Werth gab zur Eröffnung der 46. Ausgabestelle nun bekannt, das ein Leitfaden die Entnahme von Waren durch Mitarbeiter künftig regeln soll.
Sabine Werth gab zur Eröffnung der 46. Ausgabestelle nun bekannt, das ein Leitfaden die Entnahme von Waren durch Mitarbeiter künftig regeln soll.  © dpa/Stefan Schaubitzer

Berlin - Statt es den Bedürftigen zu geben, sackte ein Mitarbeiter der Berliner Tafel in einer Ausgabestelle in Reinickendorf selbst Lebensmittel & Co ein. Jetzt ist er seine ehrenamtlichen Tätigkeit los und dürfte wohl auch mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

"Der ist rausgeflogen - und zwar achtkantig", sagte die Berliner Tafel-Vorsitzende Sabine Werth am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Der Bundesverband hält sich auch das Recht vor, gegen den betroffenen Mitarbeiter Anzeige zu erstatten. "Alle an den Vorfällen Beteiligten sind nicht mehr in den Ausgabestellen beschäftigt", so Werth.

Auch der Leiter der Einrichtung ist zurückgetreten, "um einen Neustart zu ermöglichen", wie es in einer Pressemitteilung der Berliner Tafel vom Dienstag heißt.

Das RTL-Magazin "Punkt 12" hatte in einer Undercover-Reportage berichtet, dass sich ehrenamtliche Mitarbeiter einer der 45 "Laib und Seele"-Ausgabestellen Waren in die eigene Tasche steckten, anstatt diese weiterzugeben - auch TAG24 berichtete darüber. Der Verein zeigte sich schockiert und leitete umgehend eine interne Prüfung gegen die Mitarbeiter ein.

Mit derzeit 1300 Ehrenamtlichen versorgt die Berliner Tafel monatlich nach eigenen Angaben etwa 50 000 Bedürftige. Rund die Hälfte der Helfer seien selbst Bedürftige.

Titelfoto: dpa/Stefan Schaubitzer


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