Nach zunehmender Gewalt: Darum ist Berlins Schiri-Chef "ganz optimistisch"

Berlin - Berlins Schiedsrichter-Chef Jörg Wehling blickt positiv auf die ersten Maßnahmen gegen Gewalt auf den Fußball-Plätzen.

Schiedsrichter Martin Petersen zeigt Youba Diarra (l.) von St. Pauli die Gelb-Rote Karte. (Symbolbild)
Schiedsrichter Martin Petersen zeigt Youba Diarra (l.) von St. Pauli die Gelb-Rote Karte. (Symbolbild)  © Friso Gentsch/dpa

"Es wird auf vielfältigem Wege aufgearbeitet", sagte er in einem Interview rbb24.de. Wehling nannte die Arbeitsgruppen, die mit vielen Beteiligten gegründet würden, dazu würden Themen gesetzt auch für den nächsten Beirat im Juni.

"Eigentlich muss so bis April etwas Beschlussfähiges auf dem Papier stehen. Das macht mich doch schon ganz optimistisch", sagte Wehling.

Die Berliner Schiedsrichter hatten Ende Oktober vergangenen Jahres gestreikt. Sie hatten damit auch auf die zunehmende Gewalt gegen die Referees im Amateurbereich aufmerksam machen und ein Zeichen setzen wollen.

"Die Gewalt hat uns wahnsinnig verfolgt in den vergangenen Wochen und Monaten. Auch nach unserem Ausstand", sagte Wehling: "Ich glaube, dass bis Ende Januar alle Vorgänge, die im November und Dezember auf den Sportplätzen Berlins passiert sind, noch im Sportgericht aufgearbeitet werden müssen."

Er sei aber eher positiv gestimmt, betonte der Schiedsrichter-Chef aus der Hauptstadt. "Aus den vielen Reaktionen auch außerhalb des Berliner Fußball-Verbandes nehme ich wahr, dass dieses Thema keine Eintagsfliege gewesen ist."

Umdenken ist zu erkennen

Wehling hat auch bei den unmittelbar Beteiligen ein Umdenken festgestellt. "Ich glaube, dass viele Vereine begriffen haben, dass wir Schiedsrichter benötigen, denn ohne sie bekommen wir Fußball gar nicht organisiert. Es hat den ein oder anderen Verein gegeben, der in den vergangenen Wochen gesagt hat: 'Macht gerne Lehrgänge bei uns.'"

Er nannte den Bundesligisten Hertha BSC, der die Schiedsrichter sehr unterstützt habe und den Berliner AK, "aber auch Vereine wie Berolina Stralau. Da ist schon ein Prozess im Gange, darüber nachzudenken, welche Rolle der Schiedsrichter auf dem Platz spielt. Er dient nicht nur als Fußmatte zum Abtreten des eigenen Ärgers".

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