Bund finanziert Sexplattform, auf der "Stuhlgang auf den Körper" und "Urin in den Mund" angeboten wird

Bern - Wenn man heutzutage auf der Suche nach einer schnellen Nummer ist, braucht man eigentlich nur eine der unzähligen Sexseiten im Internet aufrufen, um die passende Frau zu finden.

Auf der Seite "Callmetoplay" können sich Freier die passende Prostituierte heraussuchen. Die Seite wird vom Bund finanziert. (Symbolbild)
Auf der Seite "Callmetoplay" können sich Freier die passende Prostituierte heraussuchen. Die Seite wird vom Bund finanziert. (Symbolbild)  © 123RF

Mit wenigen Klicks wird die passende Prostituierte empfohlen, die die speziellen Wünsche der Kunden erfüllen kann.

Im Jahre 2019 nichts besonderes. Dass so eine Plattform allerdings vom Bund finanziert wird, ist sicherlich außergewöhnlich.

Die Seite "Callmetoplay" bekommt Subventionen vom Bundesamt für Polizei (Fedpol) und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz. Fedpol investierte bislang 45.600 Franken (umgerechnet rund 40.200 Euro), das BAG im vergangenen Jahr 300.000 Franken (264.000 Euro).

In einer offiziellen Stellungsnahme begründeten die Vereinigungen diese Entscheidung mit der "Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten bei Prostituierten."

Man sehe die Seite als "Mittel zur Stärkung der Position von Sexarbeiterinnen".

"Auf der Seite Callmetoplay gibt es ein geschütztes Forum, das eine Möglichkeit bietet, Hilfe zu holen und so Gewaltübergriffen zu entgehen. Aus diesem Grund haben wir das Projekt finanziell unterstützt", sagte Fedpol-Sprecher Florian Näf gegenüber dem "Blick".

Die angesprochenen Aufklärungsinhalte verstecken sich allerdings mehr oder weniger in der Rubrik "Infos". Dort gibt es zum Beispiel Notrufnummern, auch wird erklärt, dass Prostituierte keine Erniedrigungen oder körperliche Gewalt akzeptieren müssen, solange dies nicht vorher besprochen wurde.

Der Knackpunkt ist allerdings, dass bei näherer Betrachtung der eigentlichen Angebote kaum Unterschiede zu gängigen Sexplattformen im Internet auffallen.

Prostituierte können über ein vorgefertigtes Formular ganz einfach ihre Annonce aufgeben. Zunächst werden grundsätzliche Dinge wie Statur, Augenfarbe oder Haarfarbe angegeben. Schnell wird es allerdings spezieller.

Aus einem vorgefertigten Katalog wählen die Sexarbeiterinnen aus, welche "Spiele" sie für den Freier anbieten. Blowjob ohne Kondom, Stuhlgang auf den Körper, Urin in den Mund: Kunden finden die komplette Palette der Lustspiele vor, genau wie bei anderen Seiten auch.

"Wir nehmen Kenntnis von deren Projekten, sind aber nicht verantwortlich für die Inhalte", sagte Daniel Koch, Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim BAG. Man sehe die Seite als "sinnvolle Möglichkeit für Prävention in digitalen Zeiten".

Da die Seite sehr gut angelaufen zu sein scheint, gäbe es Überlegungen, das Angebot auch auf die Deutschschweiz auszuweiten.

Auf der Sexplattform gibt es alle gängigen Praktiken, darunter auch "Stuhlgang auf den Körper" oder "Urin in den Mund".
Auf der Sexplattform gibt es alle gängigen Praktiken, darunter auch "Stuhlgang auf den Körper" oder "Urin in den Mund".  © DPA