AfD-Gründer Lucke: Papierkugeln und Gebrüll stoppen seine Uni-Vorlesung

Hamburg - Lauter Protest hat die erste Vorlesung von AfD-Mitbegründer Bernd Lucke (57) an der Universität Hamburg verhindert.

Bernd Lucke versuchte an der Uni Hamburg seine Antritts-Vorlesung zu halten.
Bernd Lucke versuchte an der Uni Hamburg seine Antritts-Vorlesung zu halten.  © dpa/Markus Scholz

Immer wieder riefen die Demonstranten am Mittwoch in einem Hörsaal des Uni-Hauptgebäudes "Hau ab", einige bewarfen den Wirtschaftswissenschaftler mit Papierkugeln.

Lucke konnte daher nicht wie geplant über das Thema Makroökonomik sprechen.

Unter Polizeischutz verließ Lucke schließlich das Gelände. Er wurde von Beamten an einem Seiteneingang abgeholt und zur Straße gebracht, wie ein dpa-Reporter vor Ort beobachtete.

Die Studierendenvertretung Asta hatte zuvor zu einer Kundgebung vor dem Hauptgebäude der Uni aufgerufen, um unter anderem auf die Tragweite von Luckes politischen Handlungen hinzuweisen. Mehrere hundert Demonstranten folgten dem Aufruf.

Der Volkswirtschaftler und Euro-Kritiker Lucke war 2013 maßgeblich an der Gründung der AfD beteiligt und einer ihrer ersten Bundessprecher.

Bernd Lucke verließ AfD nach Streit mit Frauke Petry

Demonstranten halten im Hörsaal der Uni Hamburg eine Fahne der Antifa hoch.
Demonstranten halten im Hörsaal der Uni Hamburg eine Fahne der Antifa hoch.

2014 hatte er sich von der Uni Hamburg beurlauben lassen, um als Berufspolitiker für die AfD ins Europaparlament zu wechseln.

Nachdem er 2015 im Streit um eine stärker nationalkonservative Ausrichtung der Partei von Frauke Petry als AfD-Bundessprecher abgelöst worden war, hatte er die Partei verlassen und in der Folge fremdenfeindliche und rechtsextreme Tendenzen angeprangert.

Luckes Versuche, mit der von ihm gegründeten Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA), die sich später in Liberal-Konservative Reformer (LKR) umbenannte, politisch Fuß zu fassen, scheiterten.

Bei der Europawahl Ende Mai kam die LKR mit Spitzenkandidat Lucke nur auf 0,1 Prozent der Stimmen.

Zum Semesterbeginn wollte der 57-Jährige wieder an der Uni lehren. Am Montag hatte er bereits eine erste kleinere Lehrveranstaltung gehalten.

Titelfoto: Montage: dpa/Markus Scholz

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