Dieser "Feldjäger" macht reichlich Beute

Manfred Kegel ist ehrenamtlicher
Bodendenkmalpfleger.
Er schützt das, was man nicht
sieht.
Manfred Kegel ist ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger. Er schützt das, was man nicht sieht.  © Eric Münch

Bernsdorf - Manfred Kegel aus Bernsdorf wurde vergangene Woche mit dem höchsten Preis des Deutschen Denkmalschutzes ausgezeichnet.

Der 78-Jährige kümmert sich seit 36 Jahren ehrenamtlich um archäologische Schätze in der Lausitz.

Den Blick stets auf den Boden geheftet: So sieht man Manfred Kegel im Herbst und im Frühjahr über die frisch gepflückten Felder der Oberlausitz pirschen. Furche um Furche schreitet er dann auf der Suche nach den Spuren vergangener Jahrtausende ab.

Scherben, Steine, Ton - der einstige Unternehmer hat schon Zigtausende Artefakte gefunden und damit für nachfolgende Generationen gerettet.

Ihm genügt ein Blick, um einen einfachen Stein von einem Steinzeit-Werkzeug zu unterscheiden.

Kegel sucht Felder nach Scherben ab, die erzählen, wie unsere Vorfahren vor Jahrtausenden lebten.
Kegel sucht Felder nach Scherben ab, die erzählen, wie unsere Vorfahren vor Jahrtausenden lebten.  © Eric Münch

Fundstücke, sozusagen die "Beute"“ von Manfred Kegel, werden heute in Dresden, Kamenz und Görlitz in Museen und Sammlungen ausgestellt.

Sein größter Coup war die Entdeckung der Überreste einer Siedlung aus der Bronzezeit in Förstgen bei Niesky vor einigen Jahren. Auf einem frisch gepflügten Feld entdeckte er damals hunderte Steine (Werkzeuge) und Scherben.

"Die Fläche war vorher nicht bekannt. Man wusste nur, dass es ganz in der Nähe ein Gräberfeld aus dieser Zeit gab", erinnert sich Manfred Kegel.

Der Rentner gesteht, dass sein Herz bei jedem seiner Funde vor Freude hüpft. Zugleich weint es aber auch.

"Denn ich weiß in dem Moment auch, dass etwas Unwiederbringliches kaputt gegangen ist", sagt er.

Titelfoto: Eric Münch


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