Wegen Homo-Trauungen! Schlossherr wirft Standesamt raus

Seit 2008 traut das Standesamt auf Schloss Mansfeld Paare - auch gleichgeschlechtliche.
Seit 2008 traut das Standesamt auf Schloss Mansfeld Paare - auch gleichgeschlechtliche.

Mansfeld-Lutherstadt - Traumhochzeiten auf dem altehrwürdigen Schloss Mansfeld gehören erst einmal der Vergangenheit an. Grund dafür ist ein Streit um die Trauung homosexueller Paare.

Da das Standesamt in den Räumen des Schlosses auch gleichgeschlechtliche Paare traut, hat der Betreiber die Kooperation mit der Stadt gekündigt. Dies berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung".

Damit endet die Geschichte von Hochzeiten auf dem Schloss Mansfeld nach fast zehn Jahren. Seit 2008 konnten Paare sich dort standesamtlich trauen lassen.

Auslöser für die Kündigung war die Anfrage eines homosexuellen Paares, das nach der Trauung im Schloss feiern wollte. Das Paar fragte den Betreiber, den evangelischen Förderverein Schloss Mansfeld, nach Räumen an.

Dadurch wurde der Verein darauf aufmerksam, dass das Standesamt dort auch schwule und lesbische Paare traut.

Das Trauzimmer auf Schloss Mansfeld. Die letzte Trauung in diesem historischen Ambiente findet im August statt.
Das Trauzimmer auf Schloss Mansfeld. Die letzte Trauung in diesem historischen Ambiente findet im August statt.

Prompt kündigte der Schlossherr der Stadt zum 10. Februar und lieferte auch eine eindeutige Begründung dafür: "Eine Familie besteht in unseren Augen aus Vater, Mutter Kind", zitiert die MZ den Vorsitzenden des Fördervereins, Frank Ranneberg. "Wir haben natürlich einerseits kein Recht, andere Lebensmodelle abzulehnen. Aber wir haben auch unsere eigenen, konservativen Werte." Und diese ließen eben keine Lebenspartnerschaften zwischen Homosexuellen zu.

Doch offenbar wollte der Förderverein der Stadt den Zugang zum Schloss nicht gänzlich verbauen. Also schlug der Betreiber eine neue Vereinbarung vor: Künftig dürften wieder Trauungen auf dem Schloss stattfinden, allerdings nur zwischen Mann und Frau - schwule und lesbische Paare sollten draußen bleiben.

Die Stadt Mansfeld lehnte das Angebot ab. Laut einer Verwaltungsvorschrift hatte sie auch keine andere Wahl. Diese gibt vor, dass Räume für Trauungen sowohl für Ehen zwischen Männern und Frauen genutzt werden als auch für eingetragene Lebenspartnerschaften zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern. "Würden wir auf den Vorschlag des Vereins eingehen, würden wir gegen die Verwaltungsvorschrift und damit gegen das Gesetz verstoßen", so der Bürgermeister von Mansfeld, Gustav Voigt.

Damit müssen sich Heiratswillige nun wieder mit dem Trauzimmer der Stadt Mansfeld begnügen, das bislang keine ernsthafte Alternative darstellte. Laut Bürgermeister Voigt hatten sich die meisten Paare in der Vergangenheit für das Schloss entschieden.

Dort findet die letzte Trauung im August statt. Die 18 bereits vereinbarten Hochzeiten werden noch durchgeführt - alles Trauungen zwischen Mann und Frau.


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