Das sind die zehn besten Filme des Jahres 2018

Berlin - Das Kinojahr neigt sich dem Ende entgegen. Welche Filme muss man unbedingt gesehen haben? Eine subjektive Auswahl.

Drehte die Stunts für den besten Blockbuster des Jahres 2018 selbst: Tom Cruise als IMF-Agent Ethan Hunt in "MIssion Impossible: Fallout".
Drehte die Stunts für den besten Blockbuster des Jahres 2018 selbst: Tom Cruise als IMF-Agent Ethan Hunt in "MIssion Impossible: Fallout".  © DPA

Platz 10: Sweet Country

Dieser kleine Film aus Australien von Regisseur Warwick Thornton eröffnet die Liste. Der Aborigine Sam Kelly (Hamilton Morris) ist hier wegen Mordes an einem Weißen angeklagt und muss seine Unschuld beweisen. Diese harte, bewegende und aktuelle Geschichte gepaart mit exotischen Locations und einem kompromisslosen Ende sorgten für eines der spannendsten und fesselndsten Kinoerlebnisse des Jahres. >>Trailer.

Platz 9: Mission Impossible: Fallout

Der einzige Blockbuster auf der Liste ist der sechste Teil der Reihe um IMF-Agent Ethan Hunt (Tom Cruise), der seine guten Vorgänger allesamt in den Schatten stellt. Er ist spannender, umfassender und größer, als alle vorherigen Teile und kombiniert das mit bombastischen Spezialeffekten, einer vielschichtigen Geschichte und einer erstklassigen Charakterdarstellung. Dazu liefert der Film herausragende Bilder höchster cineastischer Qualität ab. Kurzum: Grandios! >>Trailer.

Zeigte in und als "Lucky" die vielleicht beste Leistung seiner langen Karriere: Der mittlerweile verstorbene Hollywood-Star Harry Dean Stanton.
Zeigte in und als "Lucky" die vielleicht beste Leistung seiner langen Karriere: Der mittlerweile verstorbene Hollywood-Star Harry Dean Stanton.  © DPA

Platz 8: The Rider

Ein zutiefst menschliches Werk, das die chinesische Regisseurin Chloé Zhao mit der Hilfe von Laiendarstellern geschaffen hat. Der Film spielt in einem Indianer-Reservat in South Dakota, USA, wo Rodeo-Reiter Brady Blackburn (Brady Jandreau) bei seinem gefährlichen Sport eine beinahe tödliche Kopfverletzung erlitten hat und nun auf seine Leidenschaft verzichten muss. Wie er versucht, im Alltag zurechtzukommen, ist bewegend, berührend, mitunter witzig, locker-leicht und reißt die Zuschauer emotional komplett mit. >> Trailer

Platz 7: Lucky

Der letzte große Film mit der verstorbenen Hollywood-Legende Harry Dean Stanton, der im Alter von 90 Jahren nochmals zu ganz großer Form auflief und die anrührendste Performance seiner 63-jährigen Karriere als Schauspieler zeigte. "Lucky" wurde von Regie-Debütant John Carroll Lynch ganz ruhig erzählt, mit einer großen Prise trockenem Humor gewürzt, mit charismatischen Figuren angereichert und mit einer tiefschürfenden Geschichte versehen. Dieser herausragend gute Mix macht ihn zum sympathischsten Film des Jahres! >> Trailer

Wes Andersons "Isle of Dogs" ist der beste Animationsfilm des Jahres 2018.
Wes Andersons "Isle of Dogs" ist der beste Animationsfilm des Jahres 2018.  © DPA

Platz 6: Wind River

In diesem überragenden Thriller von Regisseur Taylor Sheridan muss FBI-Agentin Jane Banner (Elizabeth Olsen) mit der Hilfe von Cory Lambert (Jeremy Renner) in einem Indianerreservat in Wyoming, USA den Mord an einer Indianerin aufklären. Die falschen Fährten, die Sheridan legt, die überragenden Landschaftsaufnahmen der eisigen Weite und die starken schauspielerischen Leistungen sorgen in Verbindung mit den behandelten Themen für einen der besten Krimis der letzten Jahre. >>Trailer.

Platz 5: Isle of Dogs - Ataris Reise

Der Stop-Motion-Animationsfilm von Regisseur Wes Anderson überträgt seine rohe, wuchtige Kraft auf den Zuschauer. 20 Jahre in der Zukunft bricht in Megasaki City eine gefährliche Hundegrippe aus. Bürgermeister Kobayashi verbannt alle Hunde auf die abgelegene Insel Trash Island. Dort wird ums Überleben gekämpft, werden neue Freundschaften geschlossen und wird ein Weg gesucht, um zu entkommen. Besonders stark ist die Charakterzeichnung der einzelnen Figuren. Man behält den Überblick, ist von den eigenartigen Ideen und der Liebe zum Detail gebannt und wird mit einer vielschichtigen Geschichte, die einen emotional packt, belohnt. >> Trailer

"Der Hauptmann" mit Frederick Lau (l.), Max Hubacher (Zweiter von rechts) und Milan Peschel (r.) ist der beste deutsche Film des Jahres.
"Der Hauptmann" mit Frederick Lau (l.), Max Hubacher (Zweiter von rechts) und Milan Peschel (r.) ist der beste deutsche Film des Jahres.  © DPA

Platz 4: Der Affront

Der "Oscar"-Beitrag aus dem Libanon von Regisseur Ziad Doueiri zeigt wie kein anderer Film die Dynamik von Alltagsrassismus auf, der sich in einer Kleinigkeit entlädt und sich zu einer Staatsangelegenheit entwickelt. Der Libanese Tony Hanna (Adel Karam) lebt mit seiner schwangeren Frau in einer Seitenstraße in Beirut, wo Bauarbeiten stattfinden. Diese werden vom Palästinenser Yasser Abdallah Salameh (Kamel El Basha) durchgeführt. Tonys Abfluss ist kaputt, Wasser spritzt vom Balkon auf Yasser, der das Rohr repariert, was Tony mit einem Hammerschlag und einer Beleidigung wieder rückgängig macht. Selten wurden die Handlungen und Motive aller Figuren so hautnah und nachvollziehbar aufgezeigt, wie in diesem stillen Meisterwerk. Drehbuch und Dialoge sind genial, die Geschichte und Charakterdarstellung perfekt. >>Trailer.

Platz 3: Der Hauptmann

Auf dem Bronzerang liegt der beste deutsche Film des Jahres. Der in Hollywood bekannte Regisseur Robert Schwentke kehrte in sein Heimatland zurück, versammelte einen Starcast um sich und erschuf eine furiose Geschichte. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs herrscht hinter der Front Anarchie. Deserteure werden von diabolischen SS-Soldaten gejagt. Die Gefangenenlager sind überfüllt. Bauern metzeln hungrige Diebe nieder. In diesem Wahnsinn verkleidet sich Willi Herold (Max Hubacher) als Hauptmann und schafft es, hochrangige Leute zu täuschen. Die Brutalität, die fantastische Charakterdarstellung, die wunderschönen, in schwarz-weiß gehaltenen Bilder und die hervorragenden schauspielerischen Leistungen sorgen für einen der besten deutschen Filme aller Zeiten. >> Trailer

Der beste Film des Jahres: "The Florida Project". Halley (r., Bria Vinaite) versucht in diesem Meisterwerk trotz großer Geldnot alles, um ihrer Tochter Moonee (Brooklynn Prince) ein gutes Leben zu bieten.
Der beste Film des Jahres: "The Florida Project". Halley (r., Bria Vinaite) versucht in diesem Meisterwerk trotz großer Geldnot alles, um ihrer Tochter Moonee (Brooklynn Prince) ein gutes Leben zu bieten.  © DPA

Platz 2: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Kein Wunder, dass dieser Film bei der "Oscar"-Verleihung 2018 zwei Preise bei sieben Nominierungen einheimsen konnte. Das Werk von Regisseur Martin McDonagh sorgte mit bissigen Dialogen, bös-schwarzem und politisch inkorrektem Humor, perfekten Performances der Schauspieler, einem großartigen Drehbuch und einer hintergründigen Geschichte für ganz große Kino-Momente. Mildred Hayes (Frances McDormand) mietet drei Werbetafeln und verlangt, dass Polizeichef Bill Willoughby (Woody Harrelson) endlich die Vergewaltigung und den Mord an ihrer Tochter aufklärt. Diese Story ist bewegend, emotional aufwühlend und extrem vielschichtig. >> Trailer

Platz 1: The Florida Project

Der beste Film des Jahres ist ein kleiner Independent-Streifen aus den USA von Regisseur Sean Baker, der mit Preisen überhäuft wurde, bei den ganzen großen Award-Verleihungen wie den "Oscars" aber ärgerlicherweise leer ausging. Dabei gab es 2018 keinen anderen Film, der die Zuschauer eine solch emotionale Achterbahnfahrt durchleben ließ, wie "The Florida Project". Im Mittelpunkt steht die abgehängte US-amerikanische Unterschicht. Stripperin Halley (Bria Vinaite) lebt mit ihrer Tochter Moonee (Brooklynn Prince) in einem zwar farbenfrohen, aber ärmlichen Motel und versucht, der frechen und aufgeweckten Moonee eine schöne Kindheit zu geben, jeglichen Ärger von ihr fernzuhalten, was aber nur bedingt gelingt. Die Leistungen der Schauspieler um Willem Dafoe und vor allem der Kinder sind überragend, was auch für die Bilder, Kamera, Locations, Musik, Ausstattung, den Schnitt, das Drehbuch und die Dialoge gilt. Ein zutiefst menschliches, bewegendes und aktuelles Meisterwerk!

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