Er raste betrunken den besten Freund tot

Die Unfallstelle im April 2014: Der Opel liegt auf dem Dach, im Wrack stirbt Silvio S. († 24).
Die Unfallstelle im April 2014: Der Opel liegt auf dem Dach, im Wrack stirbt Silvio S. († 24).

Von Ronny Licht

Chemnitz/Zwönitz - Er fuhr seinen besten Freund tot - betrunken, ohne Führerschein. Dafür muss Stefan B. (28) jetzt lange in den Knast.

Es sind traurige, schwere Minuten für die Angehörigen, als Rechtsmediziner Karl-Heinz Thiele (55) am Dienstag vorm Chemnitzer Landgericht die tödlichen Verletzungen von Silvio S. (†24) schildert: Das Herz zerrissen, der halbe Körper zertrümmert - der Aufschlag muss gewaltig gewesen sein.

Mit rund 100 km/h und 1,01 Promille im Blut hatte Stefan B. am 17. April 2014 auf der Straße zwischen Affalter und Zwönitz die Kontrolle über den Opel Astra verloren, war frontal gegen einen Baum geknallt.

Der Todesfahrer überlebte, sein Beifahrer starb. „Ich habe meinen besten Freund verloren, denke jeden Tag daran“, jammerte der Angeklagte vor Gericht.

Stefan B. (28) kämpfte gestern vor Gericht vergebens um Bewährung - der Todesfahrer muss in den Knast.
Stefan B. (28) kämpfte gestern vor Gericht vergebens um Bewährung - der Todesfahrer muss in den Knast.

Der Todesfahrt vom April 2014 war ein feuchtfröhlicher Abend vorausgegangen, auch das Opfer hatte 2,33 Promille Alkohol im Blut.

Vom Amtsgericht Aue war der Kfz-Mechatroniker bereits zu 28 Monaten Haft verurteilt worden - Stefan B. wollte mit seiner Berufung aber noch eine Bewährungs-Chance haben.

Bereits als Jugendlicher hatte der Erzgebirger Drogenprobleme. Insgesamt sechs Vorstrafen stehen als Eintrag im Bundeszentralregister.

Er wurde bereits wegen Fahrerflucht, Fahrens ohne Führerschein und fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. So hatte er 2011 schon einmal einen Radler überfahren - mit 1,6 Promille. Der Mann überlebte schwer verletzt.

Das Landgericht schmetterte die Berufung schließlich ab - der Todesfahrer muss hinter Gitter.


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