Warum wurde der Mann zum Geldfälscher?

Peter L. (22) auf der Anklagebank im Zwickauer Amtsgericht. Gemeinsam mit zwei Freunden hatte er 20-Euro-Scheine gefälscht.
Peter L. (22) auf der Anklagebank im Zwickauer Amtsgericht. Gemeinsam mit zwei Freunden hatte er 20-Euro-Scheine gefälscht.

Von Theo Stiegler

Zwickau – Die drei jungen Männer auf der Anklagebank haben, wie die Vorsitzende Richterin des Jugendschöffengerichtes Simona Meyer sagt, „ganz schöne kriminelle Energie an den Tag gelegt“.

Peter L. (22), Martin K. (16) und Ben B. (17), ein Mechatroniker und zwei Gymnasiasten, haben auf einem Farbkopierer falsche 20-Euro-Scheine hergestellt und sind damit auf Einkaufstour gegangen.

Sie mussten sich am Dienstag wegen Geldfälschung und mehrfachen Betrugs vorm Amtsgericht verantworten. Mindestens acht Mal klappte im November und Dezember 2013 der Einkauf mit den falschen Zwanzigern. Das Trio verjubelte die Scheine überall dort, wo es schnell gehen muss - im Zwickauer Burger King, an der HEM-Tankstelle in Zwickau, im Penny-Markt und in Media-Markt-Filialen in Glauchau und Chemnitz.

Das Motiv - ein Diebstahl. Peter L. war das Portemonnaie geklaut worden, er hatte kein Geld mehr für Marihuana.

„Da besorgten wir uns passendes Papier und teure Tinte“, gestand der Hauptangeklagte. Einmal wurde es eng: Eine Verkäuferin im Meeraner McDonald’s erkannte die Blüten, rief die Polizei. Das Trio flüchtete aber. Im Rahmen von Ermittlungen im Drogenmilieu flog schließlich auch das Geldfälscher-Trio auf.

Das Gericht urteilte sehr milde: Alle drei Angeklagten müssen jeweils 80 Arbeitsstunden ableisten.

Foto: Theo Stiegler


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