Beton-Abwehr der Lilien hält: Glückliches 0:0 gegen Dynamo Dresden

Darmstadt - Vor knapp 15.000 Zuschauern im Stadion am Böllenfalltor trennten sich der SV Darmstadt 98 und Dynamo Dresden am Freitagabend 0:0.

Darmstadts Marvin Mehlem (l) und Dresdens Jannik Müller kämpfen um den Ball.
Darmstadts Marvin Mehlem (l) und Dresdens Jannik Müller kämpfen um den Ball.

Lilien-Coach Dimitrios Grammozis ließ exakt die gleiche Elf auflaufen wie beim 0:4-Debakel in Osnabrück und gab also allen, die am Montag auf dem Platz gestanden hatten, die Chance auf Wiedergutmachung.

Die ließ aber zunächst auf sich warten. Dynamo war drückend überlegen, griff die Lilien schon an deren Strafraum an. Darmstadt setzte auf Konter.

Wie so etwas aussehen könnte, zeigte sich in der 13. Minute. Nach Ball-Eroberung in der eigenen Hälfte schickt Dario Dumic Marvin Mehlem steil über rechts. Der bedient Serdar Dursun, aber der Stürmer scheitert aus kurzer Distanz an Keeper Kevin Broll.

Der Treffer hätte allerdings nicht gezählt, da Mehlem knapp im Abseits stand.

Im Anschluss rührte der SVD mit zwei Viererketten und den an der Mittellinie attackierenden Mehlem und Dursun Beton an. So konnte Dresden allenfalls mit Standards Gefahr ausstrahlen, wie zum Beispiel in der 38. Minute. Patrick Ebert zimmerte einen Freistoß aus knapp 25 Metern denkbar knapp neben das Lilien-Tor.

Im Gegenzug gelang dann endlich Darmstadt mal ein Angriff. Tim Skarke setzt sich über links durch und passt in den Strafraum auf Yannick Stark. Der verdaddelt zwar beinahe den Ball, kann das Leder dann doch auf Dursun zurücklegen, der aber verzieht (39.).

Auf einmal war jedenfalls etwas mehr Dampf in der Partie. Zwei Minuten später dann die größte Chance bis dahin: Sascha Horvath lupft den Ball über die Lilien-Abwehr auf den freistehenden Alexander Jeremejeff, der mit dem Kopf auf Baris Atik ablegt. Dessen Schuss kann aber Florian Stritzel mit einer klasse Reaktion über die Latte lenken.

Kurz darauf flankt Justin Löwe von links auf Horvath, der aber von Florian Holland bedrängt knapp am Tor vorbei schießt (45.). Mit über 70 Prozent Ballbesitz für den Gast und einem für die Lilien schmeichelhaften 0:0 ging es in die Pause.

Mit Glück und Einsatz erzwingen die Lilien das 0:0

Darmstadts Serdar Dursun versucht, sich gegen die Dresdener Jannis Nikolaou (l.) und Kevin Ehlers (r.) durchzustezen
Darmstadts Serdar Dursun versucht, sich gegen die Dresdener Jannis Nikolaou (l.) und Kevin Ehlers (r.) durchzustezen

Mit etwas mehr Offensivdrang begannen die Lilien die zweite Halbzeit.

Marcel Heller kommt endlich mal über links zum Sprint mit Ball und flankt von der Grundlinie in den Strafraum, wo aber der Einsatz von Skarke gegen den Dresdener Torhüter abgepfiffen wird (47.).

Die Lilien hatten nun etwas mehr Ballbesitz und konnten das Spiel ausgeglichener gestalten. Es fehlte aber die Kreativität in der Offensive. Wenn es mal ansatzweise gefährlich wurde, dann durch Standards.

So in der 63. Minute: Starke kommt nach einer Ecke an den Ball und flankt von links in den Strafraum. Der Kopfball von Victor Pálsson geht aber klar über das Tor.

Die Lilien standen jetzt höher und kamen zu längeren Ball-Stafetten, Chancen wurden aber kaum kreiert. Zum Glück für Darmstadt hatten sich aber die Dresdener an der fehlenden Durchsetzungsfähigkeit der Lilien-Kicker angesteckt und bekamen auch nicht mehr viel auf die Reihe.

Das Spiel plätscherte also vor sich hin. Da waren ein zu Recht nicht gegebenes Abseitstor der Dresdener (74.) sowie ein schöner aber letztlich doch deutlich verzogener Schuss von Mehlen von der linken Strafraum-Ecke (76.) noch die Highlights.

Dann doch noch die Schrecksekunde für die Lilien: Jeremejeff kann sich links durchsetzen und läuft alleine auf Stritzel zu. Am Torhüter kann er das Leder noch vorbeischieben, aber der Ball klatscht gegen den rechten Pfosten und springt dem Lilien-Keeper in die Arme.

Tobias Kempe und Johannes Wurtz kamen kurz darauf für die schwachen Heller und Dursun und vor allem Kempe konnte das Angriffsspiel der Lilien zumindest ein bisschen beleben.

Auf der anderen Seite musste Stritzel, bei dem sich die Lilien für den einen Punkt bedanken dürfen, noch einmal bei einem 25-Meter-Kracher von Dzenis Burnic alles geben

Fazit: Ein aufgrund der ersten Halbzeit und der besseren Dresdener Chancen glückliches Unentschieden für die Lilien. Der SVD stand hinten nach den Ausfällen in Osnabrück wieder recht sicher, nach vorne muss aber in Zukunft mehr passieren. Mit dieser ideenlosen Offensive kann man keine Spiele gewinnen.

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