Beton-Stelen und Sperren aus Israel: Weihnachtsmärkte in NRW rüsten auf

Bochum/Duisburg/Hagen/Bielefeld/Düsseldorf - Die Weihnachtsmärkte beginnen. Das Thema Sicherheit gehört inzwischen dazu. In diesem Jahr gibt es in NRW einige neue Konzepte.

Die verpackten Sand-Hindernisse aus dem vergangenen Jahr wird es in diesem Jahr auf dem Bochumer Weihnachtsmarkt nicht mehr geben.
Die verpackten Sand-Hindernisse aus dem vergangenen Jahr wird es in diesem Jahr auf dem Bochumer Weihnachtsmarkt nicht mehr geben.  © DPA

Die Weihnachtsmarkt-Saison bringt neue Sicherheits-Konzepte in Nordrhein-Westfalens Städte: Bochum zum Beispiel versperrt die Zufahrten zur Innenstadt mit 86 Wassersäcken, die sogar Lkw aufhalten sollen.

Das zertifizierte System ersetze die bisherigen Sandsäcke, sagte ein Sprecher von Bochum Marketing. Im vergangenen Jahr waren die Sand-Hindernisse berühmt geworden, weil sie wie in Geschenkpapier verpackt an den Eingängen der Märkte platziert waren.

Bochum setzt zudem an drei Punkten Sperren ein, die sich von Fahrzeugen nicht durchbrechen lassen. Die Barrieren stammten aus Israel und ähnelten Gattern, die sich beim Aufprall verformen und einen Angriff aufhalten, berichtete der Sprecher.

Die Gatter können auch geöffnet werden - etwa für Linienbusse. Wenn diese auf die Weihnachtsmeile gelassen werden, dann werden die Fahrer nach Angaben der Verkehrsbetriebe Bogestra überprüft. Das mindere die Gefahr vor Terroranschlägen wie den auf den Berliner Weihnachtsmarkt vor rund zwei Jahren.

Anschlags-Gefahr nicht höher als in den vergangenen Jahren

Schwer bewaffnete Polizisten auf dem Düsseldorfer Weihnachtsmarkt 2016.
Schwer bewaffnete Polizisten auf dem Düsseldorfer Weihnachtsmarkt 2016.  © DPA

Auch Duisburg, dort startete der Weihnachtsmarkt bereits, hat alte Systeme durch neue ersetzt: An den wichtigen Eingängen zur Innenstadt versperren 25 rot-weiß gestreifte Beton-Stelen die Straßen.

Zudem sind an mehreren Standorten auch feste Poller im Aufbau. Auf Wassersäcke wurde verzichtet.

Diese werden weiterhin in der Stadt Hagen positioniert, um die Innenstadt zu sichern. Zudem wurde erstmals ein Kutten-Verbot auf dem Weihnachtsmarkt verhängt. "Damit wollen wir Provokationen von Mitgliedern bekannter Rocker-Gruppen vorbeugen", sagte eine Sprecherin.

Ohne Barrieren kommt Bielefeld aus. Eine sinnvolle Installation von Sperren sei aus Sicht der Sicherheitsorgane nicht möglich, ohne den Weihnachtsbetrieb lahm zu legen, sagte ein Sprecher des Stadtmarketings.

Der Innenstadtbereich sei für die Marktbesucher trotzdem sicher. Veranstalter, Standbetreiber und Schausteller hätten die Aufmerksamkeit geschärft. Auffälligkeiten würden sofort an das Ordnungspersonal gemeldet. Vereinzelt gebe es zusätzliche Wachleute.

Generell wird die Anschlags-Gefahr laut Düsseldorfer Polizei nicht höher eingestuft als in den Vorjahren. Demnach sehen die Sicherheitskonzepte der Weihnachtsmärkte in der Altstadt und der Innenstadt verstärkt zivile und uniformierte Einsatzkräfte vor und auch eine Gefahrenabwehr durch Betonklötze.

Titelfoto: DPA

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