Nach Stromschlägen: Kran-Schlosser stirbt in 16 Metern Höhe

Die Leipziger Gießerei Halberg Guss - am Sonntag kam hier ein Schlosser durch mehrere Stromschläge ums Leben.
Die Leipziger Gießerei Halberg Guss - am Sonntag kam hier ein Schlosser durch mehrere Stromschläge ums Leben.  © Ralf Seegers

Leipzig - Bei einem tragischen Betriebsunfall in einer Leipziger Gießerei ist ein Schlosser ums Leben gekommen. Der Mann hatte einen Kran gewartet und dabei gleich mehrere Stromschläge bekommen.

Das Unglück ereignete sich bereits am Wochenende, die Polizei informierte aber erst am Montag darüber. Demnach waren in der Nacht auf Sonntag bei der Firma Halberg Guss im Leipziger Westen insgesamt drei Monteure mit Schweißarbeiten an einem großen Lastenfahrkran beschäftigt.

Mit im Team: Schlosser Mark S. (30). Nach Abschluss der Arbeiten gegen 2.20 Uhr führte er mit seinen Kollegen einen Probebetrieb des unter der Hallendecke entlang laufenden Krans durch. Weil dabei noch immer nicht alles rund lief, versuchte der Schlosser, an ein Stellrad zu gelangen. „Beim Überlehnen kam er an die stromführende Schiene des Krans und erlitt mehrere Stromschläge“, berichtete Polizei-Sprecherin Maria Braunsdorf.

Mark S. verlor sofort das Bewusstsein. In seinem Gurtzeug hing er regungslos in 16 Metern Höhe unterm Hallendach. Die Kollegen setzten die Anlage sofort außer Betrieb und alarmierten den Rettungsdienst.

Der nur wenig später eintreffende Notarzt konnte allerdings nichts mehr für den Schlosser tun. Als Höhenretter den Mann bargen, war er bereits tot.

Noch am Morgen nahmen Kriminalpolizei und Arbeitsschutzbehörde die Ermittlungen auf. Geklärt werden muss vor allem, weshalb die Stromzufuhr der Krananlage (400 Volt) während der Wartungs- und Kontrollarbeiten nicht vollständig unterbrochen war.

Blick in die Leipziger Gießerei Halberg. Hier werden überwiegend Motorblöcke für die Automobilindustrie gegossen.
Blick in die Leipziger Gießerei Halberg. Hier werden überwiegend Motorblöcke für die Automobilindustrie gegossen.  © DPA
Höhenretter, hier bei einer Übung, bargen den leblosen Schlosser aus 16 Metern Höhe. Leider war er bereits tot.
Höhenretter, hier bei einer Übung, bargen den leblosen Schlosser aus 16 Metern Höhe. Leider war er bereits tot.  © DPA