"Im Namen des Herren": Falscher Pfarrer zockte Dutzende Herbergen ab

Dresden - Über zehn Mal mietete sich Steffen T. (51) in Pensionen, Ferienwohnungen und Hotels in Dresden ein. Er reiste angeblich im Namen des Herrn, gab sich als Kirchenmitarbeiter oder Pfarrer aus dem schweizerischen Biel aus.

Steffen T. (51) gab sich als Mitarbeiter einer Pfarrei in der Schweiz aus. In Wahrheit ist er ein schnöder Betrüger.
Steffen T. (51) gab sich als Mitarbeiter einer Pfarrei in der Schweiz aus. In Wahrheit ist er ein schnöder Betrüger.  © Steffen Schulze

Das aber war gelogen. Die Wirte sahen nie Geld. Nun steht der vorbestrafte Betrüger mal wieder vor Gericht.

Steffen T. gestand die Taten. "Ich habe mich aber nie als geistlicher Würdenträger ausgegeben", erklärte er. "Höchstens als pastoraler Referent." Er habe in den Hotels gewohnt, weil seine ihm zugewiesene Wohnung in Dresden keine Möbel hatte.

Er habe tatsächlich mal in der Schweiz gelebt. Deshalb konnte er die Aufenthaltsgenehmigung auch immer an der Rezeption vorlegen. Allerdings war die nur bis 2013 gültig. Der falsche Geistliche machte aus der 3 eine 8 und "verlängerte" so die Gültigkeit.

Seine Taten seien eine "Reaktion auf ein emotionales Kerngeschehen". Kurz: Er habe eine schlechte Kindheit gehabt, wurde deshalb zum Betrüger. "Das ist mir aber erst aufgefallen, als ich in der U-Haft saß. Und mit den Taten traf ich immer die Falschen."

Erstaunlich: Er saß schon früher über fünf Jahre wegen diverser Betrügereien im Knast. Da kamen ihm diese Gedanken offenbar nicht.

Im Gegenteil: Kaum draußen, mietete er sich "gratis" in Pensionen, Ferienhäusern und Hotels ein. Urteil folgt.

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