Betrug bei Pilotprojekt? Datenschützer fordern sofortigen Abbruch

Bodenaufkleber weisen im Bahnhof Südkreuz auf Erkennungsbereiche zur Gesichtserkennung hin.
Bodenaufkleber weisen im Bahnhof Südkreuz auf Erkennungsbereiche zur Gesichtserkennung hin.  © DPA

Berlin - Datenschützer haben der Bundespolizei vorgeworfen, bei dem Berliner Pilotprojekt zur automatischem Gesichtserkennung am Bahnhof Südkreuz (TAG24 berichtete) die Testpersonen getäuscht zu haben.

"Der Transponder, den die Testpersonen am Bahnhof Südkreuz zur zusätzlichen Identifikation bei sich tragen müssen, sammelt weit mehr Daten, als die Bundespolizei den Versuchspersonen mitgeteilt hat", teilte die Datenschutz-Organisation Digitalcourage am Montag mit. Bereits zum Start äußerte sich Digitalcourage sehr negativ zum Pilotprojekt.

Seit dem 1. August wird untersucht, wie gut Überwachungskameras und Computer die Gesichter von Passanten automatisch erkennen können. Von dem Pilotprojekt versprechen sich Bundesinnenministerium, Bundespolizei und Bundeskriminalamt neue Erkenntnisse zur Abwehr möglicher Terrorakte. Nun soll das Pilotprojekt abgebrochen werden.

Der Bundespolizei waren die Vorwürfe am Montag bekannt, Stellung nahm sie aber noch nicht dazu.

Am Donnerstag will sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (63, CDU) im Bahnhof über den Test informieren.

Ein Bundespolizist steht vor einer Überwachungskamera im Bahnhof Südkreuz.
Ein Bundespolizist steht vor einer Überwachungskamera im Bahnhof Südkreuz.  © DPA

Titelfoto: DPA


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