Gehört dieser Opernball-Sponsor einer Betrügerbande an?

Hermann H. (47, l.) liebt den Auftritt mit Promis wie Axel Schulz (47, r.).
Hermann H. (47, l.) liebt den Auftritt mit Promis wie Axel Schulz (47, r.).

Von Eric Hofmann

Dresden - Er sponsorte den SemperOpernball, ließ sich mit Promis wie Axel Schulz (47), Jan Hofer (64) oder Katja Kühne (30) ablichten, doch jetzt ermittelt das Landeskriminalamt gegen Glücksspielkönig Hermann H. (47). Er soll einer Betrügerbande angehören.

Schon seit Mitte 2014 liegt die Akte bei der Staatsanwaltschaft: „Wir ermitteln gegen 15 Personen“, sagt Staatsanwalt Sebastian Matthieu (55). Einer von ihnen: Hermannn H. „Die insolvente Slot-Group ist Gegenstand dieses Verfahrens. Wann sie mit welchem Ergebnis abgeschlossen sind, ist noch unklar.“

Der Vorwurf: Die Bande soll Beteiligungen an Spielbanken und Automatengeschäften angeboten haben, dabei laut Verbraucherschutzring monatliche Renditen von drei Prozent versprochen haben. In einer Mail der „Slot- Group“ vom 4. März 2015 steht vollmundig:

„Wir expandieren derzeit stark und bieten Ihnen deshalb die einmalige Möglichkeit einer profitablen und dauerhaften Partnerschaft“.

Die „Spielbank Zinnwald“ war einst Hermann H.s Imperium.
Die „Spielbank Zinnwald“ war einst Hermann H.s Imperium.

Darüber hinaus bot die Firma 11 Prozent Provision, wenn man weitere Kunden an Land zog. Im November 2015 ging die „Slot-Group“ pleite. Im selben Monat schlug das Landeskriminalamt zu, durchsuchte den Firmensitz der „Slot-Group“ und „H.-Erfolgs-Garant-GmbH“ in Zittau sowie weitere Objekte in Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Berlin, Hamburg und Tschechien. Ermittlungsverdacht: Anlagebetrug.


Hermann H., Besitzer der Zinnwalder Spielbank, war am Vorgänger der „Slot Group“, der „Las Vegas Spielhallen GmbH“ bereits beteiligt. Auch diese versprach für Beteiligungen hohe Renditen. Finanzdienstleister „Gomopa“ hatte darüber bereits 2014 berichtet.

Auch die „Sächsiche Zeitung“ schreibt über die Ermittlungen gegen H. Aus Ermittlerkreisen wurde er als Verdächtiger bestätigt. H.s Verteidiger war gestern für die MOPO nicht zu erreichen.

Fotos: Thomas Türpe, privat


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